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Portugal nimmt erste Hürde zur Legalisierung von Sterbehilfe

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Portugal nimmt erste Hürde zur Legalisierung von Sterbehilfe
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Das portugiesische Parlament hat die Weichen für eine Legalisierung von Sterbehilfe gestellt - trotz Protesten aus dem religiösen Lager.

Fünf Gesetzesentwürfe wurden in erster Lesung von einer Mehrheit der sozialistischen und konservativen Abgeordneten angenommen.

Nächste Schritte

Diese müssen nun zu einem Text zusammengefasst werden, bevor dieser noch einmal zur Abstimmung vorgelegt wird - wahrscheinlich noch vor dem Sommer.

Sollte auch er angenommen werden, muss das Gesetz vom Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa unterschrieben werden. Es wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass der bekennende Katholik sein Veto einlegt.

Entweder muss der Text dann noch einmal durch's Parlament oder kommt vor das Verfassungsgericht.

Sollte das Gesetz zur Sterbehilfe in Kraft treten, wäre Portugal das vierte Land in der EU, in dem Euthanasie legal ist: nach den Niederlanden, Belgien und Luxemburg.

Proteste gegen Sterbehilfe

Während der Sitzung demonstrierten Hunderte Menschen vor dem Parlament in Lissabon, viele skandierten "Ja zum Leben, Nein zum Tod".

Im Mai 2018 hatte das Parlament einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Sterbehilfe noch mit dünner Mehrheit durchfallen lassen.

Aus den Parlamentswahlen im Oktober gingen die Sozialisten gestärkt hervor, sodass die fünf Entwürfe diesmal die parlamentarische Hürde nahmen.

Gegen das Vorhaben laufen die katholische Kirche und Ärztevertretungen in Portugal Sturm, auch der nationale Ethikrat ist dagegen. Die Gegner fordern ein Referendum und hoffen auf eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung.