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"Wollte keine Zeit verlieren": Trump verteidigt Einreisestopp

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"Wollte keine Zeit verlieren": Trump verteidigt Einreisestopp
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"We didn't shake hands today”, sagt Donald Trump zu Beginn seiner Presskonferenz mit Leo Varadkar im Weißen Haus. Irlands Premierminister bekam also keinen Handschlag bei seinem Besuch in Washington.

Varadkar mahnt: "Virus kennt keine Grenzen"

Denn nachdem er die Corona-Krise wochenlang kleingeredet hat, gilt für Donald Trump jetzt: Vorsicht ist das oberste Gebot. So verteidigt er auch sein jüngstes Einreiseverbot: "Wir verstehen uns sehr gut mit den Europäern, aber wir mussten eine Entscheidung treffen und ich wollte keine Zeit verlieren, indem ich jedem Land einzeln Bescheid gebe."

Varadkar dagegen mahnte Trump in Washington vor laufenden Kameras: Jetzt sei Zusammenhalt gefragt, keine nationalen Alleingänge: "Wir sprechen inzwischen von einer Pandemie. Sie betrifft die ganze Welt. Das Virus kennt keine Grenzen, keine Nationalitäten. Wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen."

"Zusammenhalt" ist für Varadkar das Wort der Stunde.

Lange hatte Trump das Virus als "Grippe" heruntergespielt, die "bald wieder vorbei gehe". Das könnte ihm jetzt im Wahlkampf zum Verhängnis werden, glauben die US-Demokraten.

"Leider wird durch diese internationale Krise klar – für mich zumindest – dass wir eine Regierung haben, die weitgehend inkompetent ist", so der Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Bernie Sanders. "Und diese Untauglichkeit und Rücksichtslosigkeit haben das Leben vieler, vieler Menschen in unserem Land in Gefahr gebracht."

Brüssel kritisiert Trumps Einreiseverbot als "unilateral und ohne jede Rücksprache". Der Vorwurf: Washington nutze die Corona-Krise, um Europa zu schaden.

Flugverkehr kommt zum Erliegen

Bis mindestens 12. April dürfen Menschen nicht mehr vom Schengenraum in die USA reisen. Das Verbot tritt in der Nacht zum Samstag in Kraft. Nach Trumps Ankündigung bildeten sich in Europas Flughäfen lange Schlangen: Die einen versuchen so schnell es geht nach Hause zu kommen, die anderen Schadensersatz für bereits gebuchte Flüge zu erhalten.

Der Luftverkehr zwischen den USA und Europa dürfte in den nächsten Tagen weitgehend zum Stillstand kommen. Die Airlines stellt das vor eine immense finanzielle Herausforderung, denn auf den Nordatlantik-Routen verdienen viele Anbieter am meisten Geld.