Eilmeldung
This content is not available in your region

Etwas Alltag in Wuhan: Die Menschen dürfen wieder reisen

euronews_icons_loading
Etwas Alltag in Wuhan: Die Menschen dürfen wieder reisen
Copyright  Ng Han Guan/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

In Wuhan kehrt nach Wochen voller Entbehrung und Einschränkungen wieder etwas Alltag ein. Am 23. Januar war die chinesische Millionenstadt im Kampf gegen das Coronavirus abgeriegelt worden. Mittlerweile haben die Behörden die Reisebeschränkungen aufgehoben.

In Wuhan war das Virus zuerst aufgetreten, hier gab es mehr als 50 000 Ansteckungsfälle und 2500 Tote.

Cai Jiangshun, ein Bewohner von Wuhan, sagt: "Wir haben die Stadt abgeriegelt und die Wohngebiete dichtgemacht. Es gab fünf solcher Maßnahmen. Wegen dieser Maßnahmen haben wir die Epidemie so schnell in den Griff bekommen. Das Behelfskrankenhaus wurde wieder geschlossen, es gibt nur noch ein paar neue Ansteckungsfälle."

Tausende Menschen nutzten die zurückgewonnene Freiheit und verließen Wuhan per Zug, allein im Laufe des Mittwochs wurde laut chinesischen Staatsmedien mit 55 000 Ausreisen gerechnet. Auch der Flughafen der Stadt ist wieder in Betrieb, kurz vor halb Acht am Mittwochmorgen hob eine erste Maschine in Richtung des südchinesischen Sanya ab.

In Wuhan und darüber hinaus bleiben aber Vorsichtsmaßnahmen in Kraft. Schulen sind noch geschlossen, es gibt weiterhin Ausgangsbeschränkungen. Einige Provinzen ordneten für Menschen, die zuletzt in der Ursprungsstadt des Erregers weilten, eine zweiwöchige Quarantäne an. Zudem werden die Menschen in Wuhan weiter dazu aufgerufen, Schutzmasken zu tragen und andere Hygienevorschriften zu beachten.

China fürchtet eine zweite Covid-19-Welle - auch durch Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Die Gefahr einer erneuten Ausbreitung besteht überall, wo der Kampf gegen das Coronavirus beendet zu sein scheint, erläutert der Virologe Chris Smith am Beispiel Großbritanniens.

"Von unseren mathematischen Schätzungen ausgehend, hatten oder haben derzeit wahrscheinlich rund fünf Millionen Menschen in Großbritannien diese Infektion. Es bedeutet, dass es immer noch rund 60 Millionen Menschen gibt, die nicht immun sind. Sie sind empfänglich. Sollten wir die Maßnahmen mit einem Mal aufheben, dann werden die Fälle, die noch immer im Umlauf sind, diese Pandemie wieder in jeden Winkel der Welt tragen. Und selbst wenn wir die Pandemie nicht in unserem eigenen Land wieder ausbrechen lassen, gibt es viele andere Länder mit Ansteckungsfällen, die es tun werden. Es handelt sich also um ein weltweites Problem für das es eine weltweite Lösung braucht", so Smith.

Wuhan ist diesbezüglich der Vorreiter. Nur schrittweise kehrt die Millionenstadt zum Alltag zurück, Covid-19 wird die Menschen noch eine Weile begleiten.