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Zahl der Covid-19-Toten in 24 Stunden fällt - Millionen Spanier arbeiten wieder

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Zahl der Covid-19-Toten in 24 Stunden fällt - Millionen Spanier arbeiten wieder
Copyright  AP Photo/Bernat Armangue
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Nachdem in Spanien alle nicht notwendigen Betriebe zwei Wochen lang wegen Covid-19 geschlossen waren, dürfen Arbeiter in der Baubranche und in Fabriken nun wieder arbeiten gehen. Polizisten händigten an diesem Montag an Bahnhöfen Schutzmasken an Arbeitnehmer aus, die den öffentlichen Nahverkehr nutzten. Fast drei Millionen Bürger gingen wieder arbeiten.

Viele Politiker und Gewerkschafter hatten das Ende des am 30. März beschlossenen fast vollständigen Stillstands der Wirtschaft kritisiert.

Aber die Zahl der Todesfälle war zuletzt zurückgegangen. Binnen 24 Stunden starben 517 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus, so Zahlen der Regierung vom Montag. Hoffnung gab es auch bei der Zahl der Neuinfektionen, sie lag bei knapp 3.477 Fällen – der niedrigste Anstieg an einem Tag seit dem 20. März.

Seit Beginn der Krise waren knapp 17.489 Menschen durch Covid-19 umgekommen. Fast 170.000 hatten sich angesteckt, fast 65.000 inzwischen wieder erholt.

© AFP

María José Sierra, leitende Koordinatorin des Gesundheitsministeriums:

"Die Zunahme der Fallzahlen ist konstant, heute sind es 2 Prozent im Vergleich zu gestern. Stimmt schon, es ist Montag und es ist wichtig, einige Tage abzuwarten, ob sich die Daten konsolidieren, besonders nach einem Wochenende. Aber diese Zahlen sprechen für den bereits beobachteten Abwärtstrend." - Am Samstag waren es noch 3 Prozent mehr Fälle als am Vortag gewesen.

WEITER STRENGE REGELN

Die spanische Regierung hatte am Samstag Richtlinien für Personen festgelegt, die bei gelockerter Kontaktsperre wieder zur Arbeit gehen. Betroffene Unternehmen müssen geeignete Schutzausrüstung bereitstellen und sicherstellen, dass die Mitarbeiter mindestens zwei Meter Abstand halten können. Die Arbeitnehmer sollten möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und ihre Kleidung heiß waschen.

Wir befinden uns ja noch in der Kontaktsperre ... die Lockerung hat noch nicht begonnen
Fernando Grande-Marlaska
spanischer Innenminister

Dabei bleibt die generelle Ausgangssperre weiter in Kraft - und bei weitem nicht alle dürfen arbeiten.

Angesichts der Kritik, dass es möglicherweise zu früh sein könnte, die Sperren zu lockern, versuchte Innenminister Fernando Grande-Marlaska, die Änderung der Regeln herunterzuspielen: "Wir befinden uns ja noch in der Kontaktsperre ... die Lockerung hat noch nicht begonnen", sagte er.

Um ein Wiederaufflammen der Ansteckungen zu verhindern, wurden die Kontrollen des öffentlichen Verkehrs verschärft und bis zu 10 Millionen Schutzmasken an die Fahrgäste verteilt.

Das sagten Arbeitnehmer:

"Das finde ich ok, ich komme vom Bahnhof Parla und dort hat mir jemand diese Maske gegeben."

"Ich habe meine Maske heute nicht an. Aber ich finde diese Massnahme gut, um uns vor denen zu schützen, die Symptome haben oder eine Infektion."

Nach Angaben der Metro in Madrid stiegen 35 Prozent mehr Fahrgäste ein als am Montag der Vorwoche – allerdings immer noch 80 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Spanien hatte Anfang April noch bis zu 950 Todesfälle täglich gemeldet und nach Italien und den USA die dritthöchste Zahl an Todesfällen durch das Virus erlitten.

Laut Gesundheitsministerium (stellvertretende Chefin für Gesundheitsnotfälle, Maria José Sierra) hat es die medizinischen Mitarbeiter des Landes besonders erwischt. Bisher hätten sich rund 25.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens angesteckt – das entspricht etwa 15 Prozent aller bestätigten Fälle.

su mit dpa, AFP