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Sorge in Nordmazedonien: Eskalation der Covid-19-Fälle

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Sorge in Nordmazedonien: Eskalation der Covid-19-Fälle
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Nur streunende Hunde, Polizeibeamte und ganz wenige Leute waren am Wochenende auf den Straßen von Skopje, der Hauptstadt Nordmazedoniens, zu sehen. Alle anderen mussten eine Woche vor dem orthodoxen Osterfest zu Hause bleiben, denn die Regierung hatte eine 52-stündige Ausgangssperre verhängt.

Grund dafür war die Eskalation der Coronavirus-Krise: 884 bestätigte Fälle und 44 Tote - in einem Land mit 2 Millionen Einwohnern.

Gesundheitsminister Venko Filipce, selbst Mediziner, sagt, dass die Ausgangssperre nach Konsultationen mit und auf Vorschlag von Epidemiologen getroffen wurde. Im Gespräch mit euronews gab er sich zuversichtlich: "Ich glaube, und das haben wir aus den Erfahrungen anderer Länder gelernt, dass solche Maßnahmen zu einem deutlichen Rückgang der Kurve neu infizierter Patienten beitragen. Schon jetzt haben wir nur einen sehr leichten Anstieg der Zahl der neu infizierten Patienten, und wir hoffen, dass diese Zahl mit der Zeit weiter sinken wird."

"Experten sind von der Aggressivität des Virus überrascht"

Besorgniserregend ist die hohe Fallsterblichkeit von etwa 5%. Der Leiter der Nationalen Koordinierungsstelle für Epidemievorsorge und -bekämpfung in Skopje berichtet, dass Experten von der Aggressivität der Viren überrascht sind.

Zarko Karadjovski, der Leiter der Nationalen Koordinierungsstelle für Epidemievorsorge hat festgestellt, dass verschiedene Organe von SARS-CoV-2 angegriffen werden. "Dabei handelt es sich um ein spezifisches Virus, das im menschlichen Körper wütet. Es befällt nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz-Kreislauf-System, die Nieren, die Leber. Es handelt sich um eine Multisystemerkrankung."

Nord-Mazedonien liegt im Südosten des Kontinents, wo die Temperaturen bereits über 20° C erreicht haben, was hoffentlich dazu beitragen wird, die Intensität des Virus einzudämmen. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dies geschehen wird.

Der Gesundheitsminister hofft, dass die sommerlichen Temperaturen die Ausbreitung des Coronavirus wenn nicht stoppen, dann doch zumindest verringern.

Venko Filipce erklärt: "Wir haben es mit einem Virus zu tun, das noch weitgehend unbekannt ist. Es wird noch viel geforscht. Wir gehen davon aus, dass das schöne Wetter in gewissem Umfang zur Eindämmung beitragen könnte, aber wir können uns nicht sicher sein."

Euronews-Korrespondent Borjan Jovanovski verweist darauf, dass das Gesundheitssystem in Nordmazedonien schlechter ausgestattet ist als in den meisten EU-Staaten: "Epidemiologen sagen voraus, dass der Höhepunkt der Epidemie Ende des Monats mit 2000 Covid-19-Fällen erreicht sein wird. Nord-Mazedonien hat als Schwellenland die Kapazität, von 1000 Krankenhausbetten. 75% von ihnen sind bereits belegt, was die Behörden dazu veranlasst, strengere Maßnahmen zur sozialen Distanzierung zu ergreifen, die eine weitere Verbreitung des Virus verhindern sollten."