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Libyen: Anhaltende Kämpfe verstärken Corona-Gefahr

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Libyen: Anhaltende Kämpfe verstärken Corona-Gefahr
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Aus Angst vor einer Verbreitung des neuartigen Coronavirus haben die rivalisierenden Regierungen in Libyen strenge Ausgangsbeschränkungen mit nächtlichen Ausgangssperren erteilt. Was sie jedoch nicht eingestellt haben, sind die Kämpfe. In den vergangenen Tagen lieferten sich die Truppen der international anerkannten Regierung und die sogenannte libysche Nationalarmee des aufständischen General Haftars westlich von Tripolis vermehrt Gefechte.

"Ich habe gerade eine Explosion gehört", berichtet Wadah Alkish aus Tripolis. "Das geht schon viel zu lange so. Wir wissen nicht, wann das aufhört. Viele haben Angst vor Haftars Truppen und davor, was passiert, wenn sie nach Tripolis kommen."

Haftars Truppen hatten vor mehr als einem Jahr eine Offensive auf Tripolis gestartet. Sie kontrollieren große Teile des Landes. Den Regierungstruppen gelang es zuletzt, vor allem große Teile an der Küste in Richtung Tunesien zurückzuerobern.

Die UN verurteilten die Bombardierung ziviler Gebiete durch die aufständischen Truppen und Plünderungen in Regierungsgebieten, warnten vor weiteren Opfern und neuen Flüchtlingsbewegungen.

Hilfsorganisationen fürchten, dass es im Falle eines schlimmen Ausbruchs der Corona-Pandemie eng wird. Willem de Jonge. Libyen-Chef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz: "In den verganenen Wochen hat sich der interne Konflikt weiter aufgeheizt. ÄrztInnen und PflegerInnen versuchen, die PatientInnen zu behandeln, die sie bereits haben und sich gleichzeitig auf mehr Corona-Fälle vorzubereiten und werden außerdem in Krankenhäusern gebraucht, um Kriegsversehrte zu versorgen.

Libyen: Offiziell nur 35 Infizierte

Die Vorbereitungen auf einen schlimmeren Ausbruch laufen: Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes arbeitet an der Desinfektion von Gebäuden und am sicheren Umgang mit Leichen möglicher Covid-19-Toter.

In Libyen gibt es laut offiziellen Angaben bisher einen Menschen, der an Covid-19 verstarb und 35 Infizierte. Allerdings wird wenig getestet, die Dunkelziffer könnte höher sein. Ein großflächiger Ausbruch der Krankheit hätte verheerende Konsequenzen für das kriegsgebeutelte Land.