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Frisöre wieder offen: Was man jetzt beachten muss

Frisöre wieder offen: Was man jetzt beachten muss
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Desinfektionsmittel statt Kaffee zur Begrüßung: Ab heute kann man sich in Deutschland endlich wieder die Haare schneiden lassen - aber es gelten strenge Regeln.

Eine halbe Milliarde Euro Verlust

Weg mit der "Corona-Mähne": Auf diesen Moment haben viele Deutsche seit sechs Wochen hingefiebert. Frisöre haben ab heute wieder geöffnet. Montag ist zwar traditioneller Ruhetag in der Branche, trotzdem schlossen heute bundesweit nahezu sämtliche Salons die Türen auf.

"Ich würde sagen, alle Betriebe haben auf", sagt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Frisörhandwerks Jörg Müller. "Sowohl die Frisöre als auch die Kunden haben sich nach der Zwangspause sehr auf diesen Tag und diese Termine gefreut."

Auf mehr als eine halbe Milliarde Euro schätzt Müller den Umsatzverlust der Branche für die Wochen der Zwangsschließungen wegen der Corona-Krise. Die Öffnung sei rechtzeitig gekommen. Alle Unternehmen hätten ihre Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt, so Müller.

"Das hat natürlich auch Entlassungen verhindert und diese Mitarbeiter werden jetzt bei der Wiedereröffnung händeringend gebraucht." Viele Frisöre setzten ihre Beschäftigten nun in Schichten ein, um länger öffnen zu können und den Kundenstrom zu entzerren.

Haarschnitt nur mit Mundschutz

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, gelten für das Haareschneiden strenge Hygienevorschriften: Viele Salons öffneten mit weniger Stühlen, um ausreichend Platz zwischen den Kunden zu wahren.

Dienstleistungen nahe am Gesicht wie Rasieren oder Bartpflege sowie das Färben von Augenbrauen oder Wimpern bleiben verboten. Und das Haarewaschen vor dem Schneiden ist keine optionale Leistung mehr, sondern wird Pflicht.

Das habe am ersten Tag gut funktioniert, sagte Müller. Auch wenn der spontane Friseurbesuch vielerorts weiter möglich ist, empfahl er den Verbrauchern, sich einen Termin geben zu lassen. Die Bücher seien allerdings voll: Im Schnitt seien die Betriebe für die nächsten zwei, drei Wochen ausgebucht.

Das Tragen einer Maske ist jetzt Pflicht - für Kunden und Frisör. Einen eigenen Mundschutz mitbringen kann man, muss man aber nicht. Viele Salons werden Masken für Kunden bereitstellen.

Fünf Euro mehr pro Frisörbesuch

Zudem dürfte der Haarschnitt etwas teurer werden. Für den Betrieb fallen neue Kosten fürs Haarewaschen, die Schutzausrüstung und andere Hygienemaßnahmen an.

So müssen sie neben Masken zum Beispiel auch Einweghandschuhe anschaffen. Die Branche regle das unterschiedlich, sagt Müller. Er gehe aber von Preiserhöhungen von um die fünf Euro pro Besuch aus.