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Touristenfreies Venedig überlegt, wohin die Reise nach Corona gehen könnte

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Touristenfreies Venedig überlegt, wohin die Reise nach Corona gehen könnte
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Erst die schwersten Hochwasser seit 50 Jahren, jetzt Corona: Venedig hatte es nicht leicht in der vergangenen Zeit.

Das Ausbleiben der Touristen: ein zweischneidiges Schwert, so, wie es der Tourismus in Venedig ohnehin ist.

Das Gastgewerbe leidet. Doch für viele Venezianer ist dies auch eine Zeit, um ihre nun so leere Stadt ganz neu zu entdecken.

Die Lockdowns werden allmählich zurückgenommen. Und Einwohner wie Barnaba Pellini nutzen ihre Boote, um zum Beispiel Lebensmittel einzukaufen.

Pellini sagt: "Ich habe ein neues Venedig entdeckt, das ganz anders ist als jenes, das ich kannte. Ich frage mich, ob die lokalen Behörden das auch sehen und ich hoffe, sie werden die Stadt künftig in einer Art und Weise managen, die einen Kompromiss darstellt zwischen dem Zustand vor Corona und dem, was wir jetzt erleben."

Die Auswirkungen des Lockdown sorgen für Gespräche darüber, wie die Stadt künftig aussehen könnte.

Andrea Balbi ist schon sein halbes Leben lang Gondoliere. Er ist zudem Präsident der Gondoliere-Vereinigung.

In einer Stadt, deren Wirtschaft zu 80 Prozent vom Tourismus abhängt, hat es sein Geschäft besonders hart getrofffen.

Balbi: "Es muss sofort etwas passieren. Alle Touristen wären willkommen.bDie Stadt muss neu starten, sie muss wieder leben."

Angesichts neuer Regeln ist die Zukunft der Gondeln allerdings ungewiss.

Balbi erklärt: "Das Hauptproblem besteht beim Ein- und Aussteigen der Passagiere, da wir dann nur 20 Zentimeter voneinander entfernt sind, wenn wir ihnen helfen, ins Boot zu steigen."

Auch das Thema nachhaltiger Tourismus rückt jetzt noch stäker nach vorn. Reiseberater Fabio Penso hat gemeinsam mit Kollegen ein Video gedreht, das viral ging. Darin versucht er, Aufmerksamkeit dafür zu wecken, wie sich der Tourismus künftig aufstellen kann.

Fremdenführerin Chiara Peluso meint: "Die Stadt hat so eine lange Geschichte, sie wurde so geboren und wird so bleiben. Wir können die Straßen nicht vergrößern. Es liegt an uns, uns an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen."

Nun ist es an der Regierung und den lokalen Behören zu entscheiden, wohin das Coronavirus die Stadt Venedig lenken wird.