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"Elend und Ausbeutung": Covid-19 in Europas Fleischbetrieben

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"Elend und Ausbeutung": Covid-19 in Europas Fleischbetrieben
Copyright  AP Photo/Mark Schiefelbein
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In der Bretagne werden nach 69 bestätigten Fällen von Covid-19 im Fleischbetrieb Kermené alle 800 Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Zwar erklären Gewerkschaftsvertreter in den lokalen Medien, es gebe jede Menge falsche Gerüchte, die im Umlauf seien, das Schlachthaus sei "kein Coronavirus-Nest". Ein Krisenstab wurde eingerichtet und offenbar wurden die Arbeitsmethoden bereits geändert.

Eine Mitarbeiterin erklärt: "Die Umkleidekabinen sind schon sehr klein. Sie müssen abwechselnd Pause machen. Aber die Leute sind vorsichtig, sie wissen ja , dass es Tote gegeben hat."

In Deutschland will Arbeitsminister Hubertus Heil in der Branche durchgreifen - dabei geht es auch um die Unterbringung der Arbeiter aus Osteuropa.

Pastor Peter Kossen von der "Aktion Würde und Gerechtigkeit" kennt die Lebensverhältnisse der Beschäftigten aus Rumänien und Bulgarien in Nordrhein-Westfalen sehr genau. Er beschreibt die Abhängigkeit dieser Menschen von ihren Arbeitsgebern. Die Arbeiter werden mit ihren Familien zu Wucherpreisen in viel zu kleinen Wohnungen untergebracht.

Nach Gewerkschaftsangaben sind in vielen Betrieben 70 bis 80 Prozent der Arbeiter bei Subunternehmen in sogenannten Werksverträgen beschäftigt, es ist die Rede von "Ausbeutung und Elend für billiges Supermarktfleisch".