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Das unbekannte Virus: Multipler Organbefall und Folgeschäden

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UKE: ÄrztInnen bekommen Ventilator zur Behandlung von Covid-19-PatientInnen gezeigt
UKE: ÄrztInnen bekommen Ventilator zur Behandlung von Covid-19-PatientInnen gezeigt   -   Copyright  Axel Heimken/(c) dpa/Pool
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Während die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland und vielen anderen Ländern immer mehr gelockert werden, warnen WissenschaftlerInnen vor den teilweise auch noch unbekannten Folgen, die eine Erkrankung mit sich bringen kann. So befalle Sars-CoV-2 nicht nur die Atemwege, sondern auch viele andere Organe, vor allem die Niere, so Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Dadurch könne erklärt werden, dass es viele verschiedene Symptome gebe.

Viele PatientInnenen hätten zum Beispiel Blutgerinnungsstörungen, so der stellvertretende Direktor des Instituts für Virologie der Universität Mainz, Bodo Plachter: "Es gibt offensichtlich kleine Infarkte, kleine Gefäßverschlüsse in verschiedenen Organen, zum Beispiel in der Niere, aber möglicherweise auch im Zentralnervensystem, im Gehirn, die zu den enstprechenden Organschädigungen führen können."

Dauerhafte Folgeschäden möglich

Der Virologe warnt zudem davor, davon auszugehen, dass man nach einer Erkrankung sicher immun und dauerhaft geheilt sei: "Es gibt immer mehr Berichte dahingehend, dass auch Patienten, die sich erholt haben, trotzdem noch eingeschränkt sind, vor allem die Lungenfunktion, also die Atmung ist behindert. Man kann im Augenblick noch nicht sagen, ob das Dauerschäden sind, die über Monate und Jahre bestehen bleiben. Dazu dauert die Pandemie noch zu kurz."

Eine Hamburger Studie will zudem untersuchen, inwiefern Kinder erkranken und welche Rolle sie für die Verbreitung des Virus spielen. Die Kinderkliniken in der Hansestadt untersuchen dazu die Daten von etwa 6000 gesunden und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen mit und ohne Covid-19-Symptomen.

Frage zur Anfälligkeit von Kindern "absolut offen"

Für die Theorie, dass Kinder weniger anfällig für den Virus sind und weniger schwer erkrankten gebe es keine Gewissheit, so Ania C. Muntau, Direktorin der Kinderklinik des UKE. Es sei bisher gar nicht umfassend untersucht worden. Muntau: "Insofern ist das eine absolut offene Frage, ob Kinder und wie häufig und wie schwer sie erkranken."

Kinder seien auch nur sehr restriktiv getestet worden. "Und möglicherweise haben wir dort eine sehr hohe Dunkelziffer und haben einen sehr hohen prozentualen Anteil von positiven Kindern ohne Symptome, die für das Geschehen in der Bevölkerung, die Ausbreitung der Pandemie, eine ganz wichtige Rolle spielen", so die Ärztin. Für Hamburg könne sie jedenfalls sagen: "Wir haben keine schwer erkrankten Fälle gesehen. Und ich glaube, die wären uns aufgefallen."