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3,40-Meter-Zaun überwunden: Attentäter von Halle bei Fluchtversuch erwischt

Während der Sabbatfeierlichkeiten in Halle stellen sich die Menschen in einer Menschenkette um die jüdische Synagoge und den Friedhof auf. 11. Oktober 2019
Während der Sabbatfeierlichkeiten in Halle stellen sich die Menschen in einer Menschenkette um die jüdische Synagoge und den Friedhof auf. 11. Oktober 2019   -   Copyright  Jens Meyer/AP
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Die jüdische Gemeinde Halle ist nach eigenen Angaben fassungslos nach einem Fluchtversuch des rechtsextremistischen Attentäters Stephan B.

Er war am Pfingstsamstag nach Behördenangaben während eines Hofgangs im Gefängnis über einen 3,40 Meter hohen Zaun geklettert.

Er hatte sich den Angaben nach für rund fünf Minuten unbeobachtet im Gefängnis bewegt, bevor er von Bediensteten bemerkt worden sein soll.

Stephan B. hatte am 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) eine 40 Jahre alte Frau auf der Straße und einen 20-jährigen Mann in einem Döner-Imbiss erschossen. Zuvor hatte er versucht, die Synagoge im Zentrum der Stadt mit Waffengewalt zu stürmen, vergeblich. Der Angriff erfolgte am wichtigsten jüdischen Fest Jom Kippur - als sich mehr als 50 Gläubige in dem Gotteshaus aufhielten.

Auf der Flucht verletzte der Täter zwei weitere Passanten durch Schüsse. Im Auto des Täters stellte die Polizei mehrere Schusswaffen sicher. Zudem befand sich dort kiloweise Sprengstoff.

Die Attacke auf die Synagoge hatte der 27-Jährige im Internet gestreamt und dort auch rechtsextreme, antisemitische und rassistische Anfeindungen gepostet, sowie ein "Manifest" veröffentlicht.