Eilmeldung
This content is not available in your region

Satellitenbilder zeigen Sahara-Sandsturm "Godzilla" über der Karibik

Das ist keine Abenddämmerung sondern ein Sandsturm über der Karibikinsel Kuba.
Das ist keine Abenddämmerung sondern ein Sandsturm über der Karibikinsel Kuba.   -   Copyright  AP Photo/Ramon Espinosa
Schriftgrösse Aa Aa

Sandsturm "Godzilla" fegt derzeit über die Karibik hinweg. Die riesige Staubwolke hat ihren Ursprung im mehr als 5.000 Kilometer östlich gelegenen afrikanischen Kontinent: Feiner Sand aus der Sahara wird von Passatwinden über den Atlantischen Ozean getragen.

Die karibischen Inseln sind fast vollständig von der Staubwolke bedeckt, in Puerto Rico hat sich der Himmel verdunkelt, die Sonne ist kaum zu sehen. Am Mittwoch traf der Sturm auf das US-amerikanische Festland.

Luft in Florida wird schlechter

In der Metropole Miami verschlechterte sich schnell die Luftqualität – Menschen mit Atembeschwerden wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Behörden warnten, die Partikelwolke könne dafür sorgen, dass die Luft im US-Staat Florida noch bis zur kommenden Woche verschmutzt bleibt.

Sand aus der Sahara, der bis nach Amerika weht - dieses Phänomen ist nicht neu, es wiederholt sich in jedem Jahr. Doch 2020 ist es besonders extrem. Laut Dr. Olga Mayol von der Universität Puerto Rico ist die Intensität in diesem Jahr so heftig, wie seit 50 oder 60 Jahren nicht mehr.

Saharawind ist wichtig für den Regenwald

Die extrem trockene Luftmasse, die als Saharastaub oder Calima bekannt ist, bildet sich über der Wüste Sahara. Wie die Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) berichtet, bewegt sich der feine Sand vom späten Frühjahr bis zum frühen Herbst alle drei bis fünf Tage über den Nordatlantik.

Der Höhepunkt dieses Naturschauspiels ist meist zwischen Ende Juni und Mitte August. Der Staub könne sich in der Atmosphäre zu einer mehr als 3 kilometer dicken Schicht bilden.

Calima spielt auch eine wichtige Rolle in Ökosystemen. Der afrikanische Sandwind transportiert Nährstoffe vom afrikanischen Kontinent bis in den Regenwald des Amazonas.