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Die WHO warnt Europa, in der Coronavirus-Krise jetzt nachlässig zu werden

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Badegäste in Bournemouth. Social Distancing hat keine Priorität.
Badegäste in Bournemouth. Social Distancing hat keine Priorität.   -   Copyright  Andrew Matthews/AP
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Hohe Infektionszahlen in Großbritannien

Das heiße Wetter in Großbritannien macht den Behörden und besonders der Polizei in den Küstenorten zu schaffen. Denn viele Menschen ziehen an die Strände, die Social-Distancing-Regeln hält kaum noch jemand ein.

Boris Johnson, der britische Premier, hat diese Woche angekündigt, den Lockdown weiter zurückzufahren. Dafür erntete er nicht nur Lob. Immerhin ist das Königreich hinter Russland das Land in Europa mit den meisten Infektionen und Covid-19-Toten.

Portugal schickt mehrere Gemeinden in den Lockdown

Portugal geht einen anderen Weg. Hier werden ab dem 1. Juli 19 Gemeinden im Großraum von Lissabon wieder in den Lockdown geschickt. Zuletzt war die Zahl der Infektionen in und um die Hauptstadt herum wieder gestiegen.

Regierungschef António Costa sagte: "Die Lage in Lissabon und im Tejo-Tal unterscheidet sich von allen anderen. Und während wir im Rest des Landes die Lockdown-Maßnahmen lockern, können wir das, was wir auf nationaler Ebene machen, im Großraum Lissabon nicht umsetzen."

WHO warnt vor Nachlässigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation warnte Europa vor Nachlässigkeit. Zumal ein neuer Anstieg der Infektionen schwerwiegende Folgen für die Gesundheitssysteme hätte.

Hans Kluge, bei der WHO für Europa zuständig, sagt: "In den vergangen zwei Wochen sind die Fälle in 30 europäischen Ländern wieder angestiegen. In elf dieser Länder haben schnellere Ansteckungen zu einem deutlichen Wiederaufflammen geführt. Wenn dies nicht unter Kontrolle gebracht wird, werden wir die Gesundheitssysteme in Europa erneut an die Grenzen der Belastbarkeit bringen."

Remdesivir kann eingesetzt werden

Die Europäische Arzneimittel‑Agentur hat jetzt auf Grundlage einer Studie grünes Licht für einen Corona-Wirkstoff in der EU gegeben. Bestimmte Patienten sollen unter Auflagen mit Remdesivir behandelt werden dürfen.

Das Mittel wurde ursprünglich gegen die Viruskrankheit Ebola entwickelt, aber nie für diesen Einsatz zugelassen. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass Remdesivir gegen Coronaviren wirken könnte.