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"Schulen keine Hotspots" - Studie der Uniklinik Dresden zu Kindern und Corona

Schule in Jena
Schule in Jena   -   Copyright  Bodo Schackow/(c) dpa-Zentralbild
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Forscher der Universitätsklinikums Gustav Carus in Dresden kommen zu dem Ergebnis, dass Kinder die Ausbreitung des Coronavirus eher bremsen. Im Rahmen der deutschlandweit größten Studie an wiedereröffneten Schulen nach dem Lockdown wurden mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sowie Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen untersucht.

Weniger Infektionen als erwartet

Dabei war der Immunisierungsgrad geringer als erwartet. Studienleiter Prof. Reinhard Berner sagte bei der Vorstellung der Studie: "Wir gehen in die Sommerferien 2020 mit einem Immunitätsstatus, der sich nicht von dem im März 2020 unterscheidet. Von den über 2000 untersuchten Blutproben ließen sich nur in 12 Fällen Antikörper nachweisen, was einem Anteil von deutlich unter einem Prozent entspricht. Das bedeutet, dass eine stille, symptomfreie Infektion bei den von uns untersuchten Schülern und Lehrern bislang noch seltener stattgefunden hat, als wir das vermutet hatten.“

Damit liegt der Immunisierungsgrad in der Gruppe der Studienteilnehmer bei deutlich unter einem Prozent (0,6 Prozent) und fällt niedriger aus als prognostiziert.

Professor Berner hatte schon zuvor für die Öffnung von Schulen und Kitas plädiert.

Verbreitung des Virus in Familien offenbar überschätzt

Reinhard Berner, Klinikdirektor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Dresdner Uniklinikums, und sein Team gehen davon aus, dass die dynamische Verbreitung des Virus in Familien bisher offenbar überschätzt wurde. Denn in 24 Familien der Studienteilnehmer gab es mindestens einen bestätigten Corona-Fall, aber nur bei einem der Probanden ließen sich Antikörper nachweisen.

Experten in Frankreich und in der Schweiz waren zuvor zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Schulen wurden laut Dresdner Studie nach Wiedereröffnung nicht zum Hotspot: In drei der untersuchten Schulen gab es bestätigte Corona-Fälle. Dennoch waren bei den Lehrern und Schülern der betreffenden Einrichtungen nicht überdurchschnittlich mehr Antikörper nachweisbar, was darauf schließen lässt, dass sich die Schulen nicht zu Hotspots entwickelt haben.

Die Technische Universität Dresden führt auch eine Umfrage unter PatientInnen durch, um herauszufinden, wie sie den Umgang der Hausärzte mit dem Coronavirus und die Krise generell einschätzen. Sie können noch an dieser Umfrage teilnehmen.