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Kinder bis 15 nur "kleine Coronavirus-Verbreiter" - laut neuer Studie aus Fankreich

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Kinder bis zum Alter von 15 Jahren sind laut einer neuen Studie von Professor Robert Cohen vom Krankenhaus CHI Créteil nur "ganz kleine Verbreiter des Coronavirus". Laut Cohen sind Kinder weniger stark von Covid-19 betroffen - und sie verbreiten das Virus weniger stark als Erwachsene.

Nur 1 bis 5 % der Coronavirus-Fälle weltweit sind Kinder.

Die Studie stützt sich auf die Untersuchungen von 27 Kinderärzten im Großraum Paris, die 605 Kinder im Zeitraum vom 14. April bis zum 12. Mai 2020 als Patienten hatten.

Davon waren 322 (53,2%) asymptomatisch und 283 (46,8%) hatten leichte Symptome (Fieber, Husten, Rachenentzündung, Schnupfen, Durchfall, Geschmacksverlust). Von den asymptomatischen Kindern hatten 118 (37%) in den Wochen zuvor Symptome.

Professor Robert Cohen sagt: "Bei einer infizierten Person im Umfeld ist es zwei bis fünf Mal weniger der Fall, dass Kinder sich anstecken als Erwachsene."

Offenbar ein Vorteil, dass Kinder kleiner sind

Zur Erklärung führt Cohen verschiedene Hypothesen an: "Kinder scheinen auf ihren Nasenschleimhäuten weniger Rezeptoren für das Virus zu haben. Kinder sind möglicherweise auch deshalb besser geschützt, weil sie sich bereits andere Coronaviren eingefangen haben: Dies wird als Kreuzimmunität bezeichnet. Es ist, als seien sie schon vorbereitet. Ansonsten fragen wir uns, ob es nicht ein Vorteil ist, dass sie kleiner sind: So bekommen sie die Tröpfchen aus der Spucke der Erwachsenen nicht ins Gesicht."

Professor Cohen unterstreicht, dass Kinder keinesfalls die "Super-Spreader" (oder Super-Verbreiter) von Covid-19 seien, als die sie teilweise dargestellt wurden. Er fordert deshalb eine Rückkehr in Kitas und Schulen - unter Einhaltung der Hygiene-Regeln.

In der Schweiz ging das Bundesamt für Gesundheit schon länger davon aus, dass Kinder das Coronavirus kaum verbreiten. Dort dürfen auch nach den Empfehlungen der Behörden, Großeltern wieder auf ihre Enkel aufpassen.

Eine andere Ansicht zu Coronavirus und Kindern vertritt der Virologe Professor Christian Drosten von der Charité in Berlin. In einer überarbeiteten Fassung kommt er weiterhin zu dem Ergebnis, dass es "keine Belege dafür gibt, dass Kinder möglicherweise nicht so ansteckend sind wie Erwachsene."

Diese Studie hatte zu einem Zwist zwischen der BILD-Zeitung und Drosten geführt. Der weltweit anerkannte Virologe wird auch von Verschwörungstheoretikern angefeindet und erhält Morddrohungen.

Weiterhin gibt es in mehreren europäischen Ländern Untersuchungen zu den wenigen Fällen, in denen Kinder in Zusammenhang mit Covid-19 von einer schweren Entzündungskrankheit betroffen sind.