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Lampedusa am Limit: Immer mehr Flüchtlinge aus Tunesien

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Ankunft auf Lampedusa
Ankunft auf Lampedusa   -   Copyright  ALBERTO PIZZOLI/AFP or licensors
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250 Migranten an Bord von acht Schiffen sind allein in der Nacht zu Samstag auf Lampedusa gelandet: Die süditalienische Insel ist Hauptziel einer neuen Migrationsbewegung aus Tunesien und platzt aus allen Nähten.

Die Angst vor einem Anstieg der Corona-Zahlen verschärft die Lage zusätzlich. Bürgermeister Salvatore Martello sprach von einem Notstand und appellierte an die Regierung, die Verantwortung für die Situation zu übernehmen.

Die Insel hat keinen Platz mehr, um Neuankömmlinge den Corona-Regeln gemäß unter Quarantäne zu stellen. Die sizilianische Tageszeitung Giornale di Sicilia zitierte den Bürgermeister mit den Worten, die Insel könne nicht länger warten.

Auf der Insel gibt es nur ein Aufnahmelager mit Platz für 95 Menschen, das bereits mit gut tausend Insassen völlig überlastet ist. Im Juli sind fast so viele Menschen auf Lampedusa angekommen wie im ganzen ersten Halbjahr. Viele wurden umgehend unter anderem nach Sizilien weitergeleitet, und von dort aus im Land weiter verteilt.

Die EU-Kommission koordiniert auf Anfrage Italiens inzwischen die Verteilung geretteter Menschen auf weitere EU-Staaten, wie ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Dienstag sagte.

Tunesische Migranten, die vor der schlechten wirtschaftlichen Lage ihres Landes fliehen, gelten in Italien nicht als asylberechtigt. Es gibt ein Rückführungsabkommen zwischen beiden Ländern, das während der Coronakrise ausgesetzt wurde. Außenminister Luigi Di Magio sprach sich für eine sofortige Wiederaufnahme der Rückführungen aus.