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Hilfe für "Louise Michel": Italiens Küstenwache nimmt 49 Migranten auf

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Hilfe für "Louise Michel": Italiens Küstenwache nimmt 49 Migranten auf
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Aufatmen für Crew und Migranten an Bord der "Louise Michel": Nach mehreren Hilferufen hat Italiens Küstenwache ein Patrouillenboot aus Lampedusa geschickt und 49 Migranten von dem privaten Rettungsschiff im Mittelmeer aufgenommen.

49 Menschen evakuiert

Es handle sich um Personen, die als "besonders verwundbar" gelten, wie Kinder, Mütter und Kranke. Die "Louise Michel" befinde sich in maltesischen Such- und Rettungsgewässern. Auf Ersuchen der maltesischen Behörden habe man aber eine der eigenen Einheiten entsandt.

Das Rettungsschiff Louise Michel hatte zuvor die Küstenwachen Maltas und Italiens um Hilfe gebeten. Man stehe kurz vor einem Notstand, so die Besatzung auf Twitter. An Bord befänden sich 219 Gerettete und zehn Besatzungsmitglieder. Viele Menschen seien verletzt oder traumatisiert, eine Person sei bei der Rettungsaktion im Mittelmeer tot geborgen worden.

Wegen des Überfüllten Decks könne sich nicht sicher fortbewegen.

Auch "Sea Watch" eilt zur Hilfe

Auch die deutsche NGO Sea Watch forderte auf Twitter dringend Hilfe für die "Louise Michel". Inzwischen hat sie selbst ein Schiff zur Unterstützung losgeschickt: Die "Sea Watch 4", die selbst mit Hunderten Geretteten an Bord einen sicheren Hafen sucht.

Banksy kritisiert EU und bekennt sich zu "Louise Michel"

Die "Louise Michel" fährt unter deutscher Flagge und ist ein ehemaliges französisches Marineschiff, das von Freiwilligen zum Rettungsboot umgebaut wurde. Unterstützt wird es vom britischen Street-Art-Künstler Banksy, der es bemalt und finanziert hat.

Banksy, dessen Identität nach wie vor Rätsel aufgibt, bekannte sich auf Instagram zur "Louise Michel" und kritisierte die EU. Er habe geholfen, das Schiff umzubauen, da die EU-Behörden Notrufe von "Nicht-Europäern" absichtlich ignorierten.

Zuvor hatte der Künstler bereits über zwei Millionen Euro an eine Klinik im Westjordanland gespendet.

Banksys Beteiligung an der Rettungsaktion geht dem britischen Blatt "Guardian" zufolge auf eine E-Mail zurück, die er vor knapp einem Jahr an die deutsche "Sea-Watch"-Kapitänin Pia Klemp geschickt hatte. Darin habe es geheißen, er habe Klemps Geschichte in der Zeitung gelesen. Sie scheine tough zu sein, so Banksy demach. "Ich bin ein Künstler aus dem Vereinigten Königreich und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht, offensichtlich kann ich das Geld nicht behalten. Kannst du es benutzen, um ein neues Schiff oder etwas Anderes zu kaufen? Lass' es mich bitte wissen. Gut gemacht. Banksy", zitierte die Zeitung aus der E-Mail des Künstlers.

Deutsche Kapitänin hielt E-Mail Banksys für Scherz

Klemp, die das Schreiben laut "Guardian" zunächst für einen Scherz gehalten hatte, glaubt mittlerweile, Banksy habe sie wegen ihrer politischen Einstellung ausgewählt. "Ich sehe die Seenotrettung nicht als eine humanitäre Aktion, sondern als Teil eines antifaschistischen Kampfes", sagte sie dem "Guardian". Sie habe deutlich gemacht, dass sich Banksys Beteiligung an den Operationen auf die Bereitstellung finanzieller Unterstützung beschränke. "Banksy wird nicht so tun, als wüsste er besser als wir, wie man ein Schiff führt, und wir werden nicht so tun, als seien wir Künstler."

Die 31 Meter lange Motorjacht gehörte laut der Webseite der französischen Marine. Sie sei kleiner, aber viel schneller als andere Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen. Die Louise Michel könne "hoffentlich die sogenannte libysche Küstenwache überholen", bevor diese Boote mit Flüchtlingen und Migranten erreiche und sie in die Internierungslager in Libyen zurückbringe, sagte Klemp.