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Lichten sich die Reihen? Lufthansas Druckmittel „betriebsbedingte Kündigungen“

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Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa sieht sich angesichts der wirtschaftlichen Folge der Coronavirus-Pandemie und der stockenden Verhandlungen mit Gewerkschaften veranlasst, das Druckmittel betriebsbedingte Kündigungen ins Feld zu führen.

Es sei das Ziel der Lufthansa gewesen, diese zu vermeiden, doch aufgrund des Verlaufes der Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Vereinbarungen zur Krisenbewältigung sei das auch für Deutschland nicht mehr realistisch, gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

Umsatzrückgang um 80 Prozent

Nicoley Baublies, Geschäftsführer der Gewerkschaft UFO, sagt: „Die UFO hat genau deswegen, weil wir wussten, dass die Krise länger dauert, bis 2024 einen Kündigungsschutz vereinbart. Und wenn Herr Spohr jetzt heute in der Presse doch mit Kündigungen droht, dann ist das doch eher unschön und auch unerwartet. Die Lufthansa muss sich auch an getroffene Verträge halten.“

Die Lufthansa hat eigenen Angaben nach im zweiten Quartal dieses Jahres einen Umsatzrückgang um 80 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro verbuchen müssen. Horst Löchel, Frankfurter Professor für Volkswirtschaftslehre, rechnet mit jahrelangen Folgen.

„Dass die Lufthansa oder überhaupt die Luftfahrt auf das Niveau zurückkommt wie vor Corona, halte ich für fast ausgeschlossen. Und wenn wird das mehrere Jahre dauern. Und das bedeutet leider, muss man sagen, doch relativ tiefe Einschnitte bei der Lufthansa“, so Löchel.

Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr geht davon aus, dass es insbesondere bei Langstreckenverbindungen lange dauern wird, bis sich eine Erholung einstellt. „Wir sind davon überzeugt, dass sich die gesamte Luftfahrt an eine neue Normalität anpassen muss", so Spohr.