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Im Hungerstreik! Proteste in Polen für Freiheit in Belarus

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Menschen in Warschau auf dem Weg zu einer Demonstration gegen Lukaschenko
Menschen in Warschau auf dem Weg zu einer Demonstration gegen Lukaschenko   -   Copyright  Czarek Sokolowski/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Belarus gehen auch in anderen Ländern Menschen auf die Straße. Belarussische Staatsbürger in Polen demonstrieren seit Tagen gegen Machthaber Alexander Lukaschenko.

In der polnischen Hauptstadt Warschau sind am Freitag erneut Polen und Belarussen zusammengekommen. Anatol Michnaviec hat die Proteste organisiert:

"Wir wollen unsere Landsleute hier in Polen vereinen. Wir haben ein Rundschreiben an die Mitarbeiter der Botschaft verteilt, an die Diplomaten damit sie Partei für uns ergreifen und für Swetlana Tichanowskaja."

Auch für die ins Ausland geflohene Kandidatin der Opposition wird demonstiert. Viele Demonstranten in Belarus wurden festgenommen, dann wieder freigelassen, zum Teil mit sichtbaren Verletzungen.

Blogger fürchten Verfolgung

Stepan Swetlow ist Blogger aus Belarus und unter dem Namen "Nexta" bekannt. Er kennt die Gefahren seines Metiers:

"Außer uns Bloggern gibt es ja fast keine anderen Informationsquellen. Heute habe ich die Mitteilung bekommen, dass in Belarus ein Strafverfahren gegen uns läuft, es drohen bis zu 15 Jahre Haft. Nur weil wir Informationen verbreitet haben. Die Polen und die polnische Regierung helfen uns, sie sind solidarisch."

"Nexta" stellt auf Twitter auch Videos von Demonstrationen online:

Maxim Cherniavski ist in Warschau in einen Hungerstreik getreten, um Lukaschenko zu bewzingen:

"Ich will, dass die Europäische Union sofort Sanktionen gegen Lukaschenkos Regime erlässt. Deshalb bin ich in den Hungerstreik getreten, was für mich besonders gefährlich ist, da ich an Multipler Sklerose erkrankt bin. Aber ich werde durchhalten."

Polen fordert Freilassung der Festgenommenen

Der polnische Abgeordnete Michal Szczerba ist gerade aus Belarus zurückgekehrt und sagt:

"Warschau und das Parlament stehen hinter Euch. Wir fordern hier und jetzt, alle Festgenommenen der vergangenen Tage und Nächte freizulassen."

Mit Rückendeckung der Regierung in Warschau gehen die Proteste in Polen und in Belarus weiter. Polens Kabinett hat derweil eine Resolution verabschiedet, die Lukaschenko und seine Regierung verurteilt.