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Chère Angela! Krisenmanagement in Macrons malerischer Sommerresidenz

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Angela Merkel und Emmanuel Macron in der Residenz Fort de Brégançon am Mittelmeer
Angela Merkel und Emmanuel Macron in der Residenz Fort de Brégançon am Mittelmeer   -   Copyright  AP
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Französisch-deutscher Schulterschluss an der Côte d’Azur. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in seiner Residenz Fort de Brégançon empfangen, einer Festungsinsel nahe Toulon.

Beide drückten in Bezug auf die Umsetzung des historischen EU-Haushalts- und Finanzpakets zur Abfederung der Coronakrise aufs Tempo. Merkel sagte bei einer Pressekonferenz vor nur einer Handvoll auserwählter Journalisten: "Wir haben Handlungsfähigkeit gezeigt in einer ökonomisch und auch politisch wichtigen Situation im Juli. Und das muss jetzt umgesetzt werden in den Diskussionen mit dem Europäischen Parlament, in den nationalen Ratifizierungen, denn es ist von entscheidender Bedeutung, dass das Geld dann auch zur Verfügung steht für die notwendigen Investitionen ab Beginn des Jahres 2021."

Östliches Mittelmeer: "Sehr kritische Situation"

Weiteres, drängendes Thema vor malerischer Kulisse: Der Erdgas- und Gebietsstreit zwischen Griechenland und der Türkei. Merkel sprach von einer "sehr kritischen Situation im östlichen Mittelmeer". Attacken auf die Souveränität von EU-Mitgliedsstaaten seien nicht akzeptabel.

Macron betonte, es gehe auch um die Verteidigung der Souveränität der gesamten EU. Um dies zu unterstreichen, hatte Frankreich seine Militärpräsenz in der Region verstärkt. Zur Begründu ng erläuterte Macron: "Diplomatie ohne manchmal militärische rote Linien und militärische Präsenz gibt es nicht, zumindest nicht lange, aber militärische Macht ohne einen diplomatischen Weg ist kontraproduktiv, weil sie nur zur Eskalation führt. Wir müssen beides festhalten, das ist es, was wir tun."

Viele Krisenherde weltweit

Merkel und Macron tauschten sich auch über andere internationale Krisen aus, und demonstrierten auch dabei Einigkeit. Der Tenor: Probleme sollten durch Dialog gelöst werden und nicht durch die Eskalation von Spannungen. Thematisiert wurden unter anderem der Machtkampf in Belaraus, der Militärputsch in Mali, sowie die Entwicklungen im Libanon nach der Explosionskatastrophe und im libyschen Bürgerkrieg.