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Belarus: "Es verschwinden wieder Menschen"

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Belarus: "Es verschwinden wieder Menschen"
Copyright  Viktor Drachev/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Wie geht es weiter in Belarus? Eine Frage, auf die viele Menschen eine Antwort finden wollen, etwa diese streikenden Minenarbeiter in Saligorsk.

Am Donnerstag hatten sich die Bergleute versammelt, um über ihre Zukunft zu sprechen. Das Misstrauen gegenüber den Behörden ist dabei groß.

Roman Bondarovets gehört zu den streikenden Arbeitern des Betriebs Belaruskali. Er sagt: "Heute ist einer verschwunden. Er meldet sich seit Stunden nicht auf unsere Anrufe. Das regionale Sicherheitsamt hat uns keine Infos zu seinem Aufenthaltsort gegeben. Der Druck auf uns steigt. Menschen verschwinden wieder."

Eigentlich gehören die Arbeiter staatlicher Fabriken zu den Stammwählern von Präsident Alexander Lukaschenko. Doch jetzt haben sich viele gegen ihn gestellt. Sie lehnen das Wahlergebnis der jüngsten Präsidentschaftswahl ab, bei der Lukaschenko eine sechste Amtszeit erhalten hatte.

Aber nicht alle Menschen wollen mit den Protesten etwas zu tun haben. Eine Kassiererin sagte uns: "Ich weiß nichts. Es interessiert mich auch nicht. Ich brauche das nicht."

Saligorsk liegt rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Minsk. Hier wird klar, wie vielschichtig die Lage im Land ist.

Nach 26 Jahren Lukaschenko hat sich bei vielen Menschen unterdes eine Art Apathie breitgemacht. Eine Mischung aus Resignation, Gleichgültigkeit und unterschwelliger Furcht.

Die Krise in Belarus könnte noch Monate andauern - vielleicht Jahre. Die UN riefen die Behörden indes dazu auf, festgenommene Demonstranten freizulassen. Von acht Menschen, die am 8. August verschwanden, fehle außerdem bis heute jede Spur.