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Afrikanische Schweinepest in Deutschland: Gefahrenzone errichtet

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Wildschweine in einem Wohnviertel bei Warschau, 25.März 2018
Wildschweine in einem Wohnviertel bei Warschau, 25.März 2018   -   Copyright  AP Photo/Czarek Sokolowski/file
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In Deutschland haben die Behörden nach dem Fund eines mit der Afrikanischen Schweinepest infizierten Wildschweins Krisenmaßnahmen eingeleitet. 15 Kilometer um den Fundort in Brandenburg wurde ein vorläufiges Gefahrengebiet errichtet, in dem unter anderem ein Ernteverbot für Maisfelder und ein Jagdverbot gilt. Zudem werden die Schweinebetriebe in dem Gebiet überprüft und es darf kein Schweinefleisch aus der Zone herausgebracht werden. Das teilte das Verbraucherschutzministerium in Brandenburg mit.

In einem Radius von drei Kilometern um den Fundort in Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße, rund sieben Kilometer von Polen entfernt, gilt eine Gefahrenzone, die nicht betreten werden darf. Es ist der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland.

Bundesverbraucherministerin Julia Klöckner betonte: "Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich." Auch der Verzehr von infiziertem Fleisch sei für den Menschen nicht gefährlich. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke appellierte an die VerbraucherInnen, weiter Schweinefleisch zu essen.

Für Haus- und Wildschweine endet die durch einen Virus ausgelöste Krankheit nach kurzer Krankheit mit dem Tod. Impfstoffe gibt es bislang nicht.

Gefahr fürs Exportgeschäft: Südkorea verhängte Importverbot

Klöckner betonte, dass der Handel mit Schweinen und Schweinefleisch innerhalb der EU aufrechterhalten werden könne. Ihr Ministerium geht aber davon aus, dass das außereuropäische Exportgeschäft gefährdet ist. Südkorea verhängte sofort ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch. China als Deutschlands größter Abnehmer könnte folgen. Die Bundesrepublik ist der weltweit drittgrößte Exporteur von Schweinefleisch.

Ein Übertreten der Seuche von Polen nach Deutschland war seit längerem befürchtet worden. 2019 wurde ein elektrischer Weidezaun zur Abhaltung der Tiere aufgestellt. Er verläuft von Frankfurt (Oder) bis zur sächsischen Grenze.

Als Ursache für die Verbreitung in Europa vor allem über längere Entfernungen wird Wegwerfen von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthalten. Nun muss geklärt werden, ob sich ein heimisches Tier durch solchen Abfall infizierte oder ein infiziertes Wildschwein aus Polen einwanderte.

Die Afrikanische Schweinepest wütet schon länger in Staaten Osteuropas. Besonders betroffen sind Polen, die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, aber auch Bulgarien, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Ungarn und die Ukraine. Auch in Belgien ist die Tierseuche angekommen.

Europa profitierte bislang von den hohen Weltmarktpreisen für Schweinefleisch