Eilmeldung
This content is not available in your region

Istanbul: Proteste gegen Charlie Hebdo - "Macron wird einen hohen Preis zahlen"

euronews_icons_loading
Istanbul: Proteste gegen Charlie Hebdo - "Macron wird einen hohen Preis zahlen"
Copyright  euronews
Schriftgrösse Aa Aa

Rund 200 Menschen haben am Sonntag in Istanbul gegen die Entscheidung der französischen Zeitschrift Charlie Hebdo demonstriert, erneut Karikaturen des Propheten Mohammed zu veröffentlichen.

Das satirische Wochenmagazin hatte die Karikaturen Anfang September zum Prozessbeginn gegen 14 mutmaßliche Komplizen des Anschlags von 2015 gedruckt. Bilder des Propheten sind im Islam verboten. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte die Pressefreiheit und das Recht auf Blasphemie der Zeitschrift verteidigt.

Das türkische Außenministerium verurteilte die Entscheidung, die Karikaturen, "die unsere Religion und unseren Propheten nicht respektieren", erneut zu veröffentlichen.

Der Chefredakteur des türkischen Fernsehsenders Kudus ("Jerusalem"), Nureddin Sirin, war in Istanbul unter den Demonstranten auf dem Beyazit-Platz. Er warnte, Macron werde einen hohen Preis zahlen und bezog sich dabei auf die Spannungen zwischen Ankara und Paris wegen der türkischen Gasförderung im östlichen Mittelmeerraum.

Griechenland und die Türkei befinden sich in einem erbitterten Streit um Energieressourcen und Seegrenzen. Frankreich unterstützt Athen und hat in den vergangenen Wochen zur Unterstützung Schiffe in die Region geschickt.

Nureddin Sirin: "Charlie Hebdo ist ein Mittel, Charlie Hebdo ist Teil eines größeren Projekts von Amerika, Israel, England und Frankreich und einigen arabischen Regimes, die alle zusammen Angriffe gegen die islamische Welt unternehmen, auf unsere Region im militärischen, wirtschaftlichen, politischen, diplomatischen, kulturellen, psychologischen und medialen Bereich."

Bei der mehrtägigen Anschlagsserie auf Charlie Hebdo und einen koscheren Supermarkt waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden. Die drei islamistischen Täter wurden von Sicherheitskräften erschossen.