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Frankreichs Krankenhäuser: Die Furcht vor der zweiten Corona-Welle

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Frankreichs Krankenhäuser: Die Furcht vor der zweiten Corona-Welle
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Zweite Welle rollt an

Es war ein Schock für Frankreichs Gesundheitssystem. Die Wucht der Coronawelle im Frühjahr brachte die Krankenhäuser an ihre Grenzen. Nun scheint eine zweite Welle anzurollen.

Auf der Intensivstation des Hôpital Edouard Herriot in Lyon ist aktuell die Hälfte der Betten belegt. Ein Unterschied zum Frühjahr scheint zu sein, dass das Alter der Patienten sinkt. Der jüngste Infizierte auf der Station ist 36.

Laurent Argaud leitet die Intensivstation. Er sagt: "Es gibt mehr jüngere Menschen mit Covid-19, daher sehen wir auch mehr von ihnen auf der Intensivstation. Vielleicht zeigt das, dass eine etwas andere Gruppe von Menschen von Covid-19 betroffen ist. Wir machen uns Sorgen, dass wir von einer zweiten Welle überfordert werden. Aber wir sind besser vorbereitet, denn wir hatten ja bereits Patienten im Frühjahr und wissen, was uns erwartet."

Ausgerüstet für zehn Wochen

Die Krankenhäuser in Lyon haben nach eigenen Angaben medizinisches Equipment für zehn Wochen. Außerdem wurde die Zahl der Intensivbetten aufgestockt. Dennoch: Eine gewisse Unsicherheit bleibt.

Krankenschwester Aurore sagt: "Wir wissen nicht, wie viele Patienten am Ende kommen und welches Ausmaß die zweite Welle haben wird. Daher gibt es noch Zweifel und Anspannung."

Spezielle Einheiten der Krankenhäuser verfolgen jeden Tag die Daten zur Pandemie, etwa die Infektionszahlen. In Paris, Lyon und Marseille sind die Raten höher als im frankreichweiten Durchschnitt.

Daneben wird inzwischen mehr getestet, Städte sind stärker betroffen als ländliche Gegenden. Frankreichweit nimmt die Zahl von Patienten in Krankenhäusern zu, aber noch sind es nicht so viele wie auf dem bisherigen Höhepunkt der Krise.

Ärzte: "Bitte weiter Abstand halten"

Eine zweite Welle wollen die Krankenhäuser in Lyon daher auf eine andere Art und Weise angehen als die erste. Ziel ist es, die massenhafte Absage nicht-coronabedingter Operationen so gut es geht zu vermeiden.

Wenn die Zahlen wieder steigen, dann doch geringer als im Frühjahr, so die Experten. Allerdings könnte der Anstieg exponentiell wachsen und zu einer größeren Anzahl an Patienten auf Intensivstationen führen, insbesondere im Winter. Daher bestehen Ärzte weiter auf social distancing, um eine Katastrophe zu vermeiden.