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Covid-19: Umgang mit der Pandemie scheidet mehr und mehr die Geister

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Covid-19: Umgang mit der Pandemie scheidet mehr und mehr die Geister
Copyright  Roberto Pfeil/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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In Europa regt sich an mehreren Orten Widerstand gegen aber auch Unterstützung für die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierungen.

In Madrid haben Menschen gegen den 2. Lockdown in einigen stark betroffenen Stadtteilen protestiert, der am Montag in Kraft getreten ist. Anwohner dürfen ihr Viertel nur noch aus triftigem Grund verlassen. Die Demonstranten kritisieren das als unfair und diskriminierend.

Die Ausgangssperre gilt vor allem in den südlichen Vorstädten mit niedrigerem Einkommen und hoher Zuwanderung. Sie betrifft etwa 850.000 Menschen.

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Die von der Ausgangssperre betroffenen Stadtteile und Vororte von MadridEuronews

"Es ist eine unfaire, kriminalisierende und ausgrenzende Maßnahme. Wir sind zusammen, wir müssen gemeinsam aus dieser Situation herauskommen", sagt ein Mann, der solidarisch gegen den partielle Ausgangssperre demonstriert aber selber nicht in einem der betroffenen Viertel wohnt.

Ein anderer Mann fragt: "Was macht das für einen Sinn, Menschen einzusperren, sie aber in überfüllten U-Bahn zur Arbeit fahren zu lassen?"

Über 10.000 Euro Strafe für Quarantänesünder in Großbritannien

In Großbritannien haben die Neuinfektionen am Wochenende neue Rekordzahlen erreicht. Die Regierung hat weitere Maßnahmen und saftige Strafen eingeführt. Bei einem Verstoß gegen die Quarantänepflicht drohen rund 1.000 Euro Bußgeld, bei Wiederholungstätern über 10.000 Euro.

Dazu der britische Gesundheitsminister Matt Hancock: "Wenn ich nicht besorgt wäre, dass Menschen gegen die Regeln der Selbstisolierung verstoßen, würden wir nicht zehntausend Pfund Strafen einführen, um sicherzustellen, dass jeder, der sich selbst isolieren muss, das auch tut."

Der Bürgermeister von London, Zadiq Khan, hat angekündigt, dass auch in der Hauptstadt verschärfte Maßnahmen immer wahrscheinlicher werden.

Sperrstunde in Österreich, auch Zuhause

Eine Maßnahme, die auf Zadiq Khans Liste für London stehen könnte, ist in Österreich bereits Realität: eine Sperrstunde. Sie gilt ab ein Uhr nachts sowohl im Gastgewerbe wie auch im privaten Bereich. Die Bundesländer können die Sperrstunde je nach Lage der Infektion auch nach vorne schieben.

Außerdem müssen Gäste in Restaurants und Bars wieder Masken tragen. Diese galt bisher für Läden und im öffentlichen Verkehr.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Österreich ist so hoch wie zuletzt Ende März. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Wien ausgesprochen.

Gegner und Befürworter in Düsseldorf

In Düsseldorf haben am Wochenende rund 4.000 gegen die Corona-Politik des Landes demonstriert. Unterstützt wurde der Protest von einem Ableger der Gruppe "Querdenken", die sich auf den Schutz des Grundgesetzes und Versammlungsrechts beruft.

Zeitgleich fand in Düsseldorf eine Demonstration von Befürwortern der Corona-Schutzmaßnahmen mit etwa 500 Teilnehmer in der Nähe der Düsseldorfer Staatskanzlei statt. Das Bündnis "Düsseldorf stellt sich quer - das Bündnis gegen Rassismus" hatte die Gegendemonstration organisiert.

Der Umgang mit der Pandemie scheidet mehr und mehr die Geister.