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Gegen die A49: Was ist los im Dannenröder Forst?

Protest im Dannenröder Forst
Protest im Dannenröder Forst   -   Copyright  Andreas Arnold/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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An diesem Sonntag wollten UmweltschützerInnen aus ganz Deutschland nach Hessen reisen, um gegen die Rodung im Dannenröder Forst für den Weiterbau der Autobahn A49 zu protestieren. Am Rande des Dannenröder Waldes sollte eine Großdemo unter EInhaltung der Corona-Regeln stattfinden.

Schon seit fast einem Jahr haben AktivistInnen ein Stück des Herrenwald bei Stadtallendorf besetzt, durch das die geplante Ferstigstellung der Autobahn zwischen Gießen und Kassel führen soll. Dass der Verkehr zwischen den beiden Städten nicht über Bundesstraßen rollen muss, ist seit Jahrzehnten vorgesehen, bisher aber nicht umgesetzt worden.

Der Slogan der Protestierenden lautet #dannibleibt - in Anlehnung an das Motto der Proteste gegen die Rodung im Hambacher Forst #hambibleibt. Wie im Hambacher Forst in NRW - der für den Kohletagebau gerodet werden sollte - haben AktivistInnen im Dannenröder Forst östlich von Marburg eine Baumhaus-Siedlung errichtet.

In den vergangenen Tagen hatte die Polizei damit begonnen, das Baumhaus-Camp zu räumen. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen PolizistInnen und AktivistInnen. "Wir werden es der Polizei so schwer wie möglich machen und werden uns mit unseren Körpern dafür einsetzen, dass hier keine Bäume gefällt werden", sagte eine Demonstrantin vom Bündnis "Wald statt Asphalt" dem Hessischen Rundfunk.

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Polizisten gegen Demonstranten Anfang Oktober 2020Boris Roessler/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Unter denen, die in Hessen gegen den Autobahnausbau protestieren, ist auch Carola Rackete, die als Seenotretterin und Kapitänin weltweit Schlagzeilen gemacht hatte.

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Carola Rackete im Danenröder Forst am 29.09.2020Boris Roessler/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Die Wut vieler UmweltschützerInnen richtet sich gegen die Grünen, die in Hessen zusammen mit der CDU von Volker Bouffier die Regierung bilden. Auch die Fridays-for-Future Aktivistin Luisa Neubauer - die selbst bei den Grünen Parteimitglied ist - kritisierte die Haltung der hessischen Grünen. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir erklärt zwar, er habe sein ganzes politisches Leben gegen den Ausbau der A49 gekämpft, aber er müsse die Entscheidung der Mehrheit akzeptieren.

Die hessischen Grünen waren schon in die Kritik geraten, weil sie den weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens nicht gestoppt hatten. Inzwischen dienen wegen der Corona-Krise weite Teile des größten deutschen Airports als Parkplatz für Flugzeuge.