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Seenotrettung im Mittelmeer: Rackete fordert EU-weite Lösung

Rackete bei einem Interview im Schifffahrtsmuseum Barcelona im September
Rackete bei einem Interview im Schifffahrtsmuseum Barcelona im September -
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REUTERS/Albert Gea
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Die Kapitänin Carola Rackete hat eine EU-weite Regelung für die Rettung von Migranten im Mittelmeer gefordert. Es sei eine Schande für Europa, dass noch immer keine langfristige Lösung dafür gefunden sei, wie Bootsflüchtlinge auf die EU-Länder verteilt werden, so die Deutsche bei einer Diskussion über Seenotrettung im EU-Parlament. Rackete: "Wir müssen das als europäisches Problem begreifen, das eine europäische Lösung braucht. Das ist in der Europäischen Union zur Zeit ein grundlegendes Problem."

Anlass für die Diskussion im EU-Parlament war der sechste Jahrestag des Untergangs eines Flüchtlingsboots vor der italienischen Insel Lampedusa, bei dem mehr als 300 Menschen ertranken.

Die Verhaftung Racketes Ende Juni hatte das Thema Seenotrettung wieder groß in die Schlagzeilen gebracht. Gegen die Kapitänin laufen in Italien Ermittlungen, unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung, da sie das Rettungsschiff Sea Watch 3 mit etwa 50 Migranten an Bord nach Lampedusa brachte. Sie widersetzte sich damit der Anordnung des damaligen italienischen Innenministers Matteo Salvini, der das Anlegen von Rettungsschiffen in Italien generell verhindern wollte.

Die neue italienische Innenministerin strebt gemeinsam mit ihren Ressortkollegen aus Deutschland, Frankreich und Malta einen europaweiten Verteilmechanismus an. Rackete demonstrierte nach der Diskussion gemeinsam mit Aktivisten für mehr Solidarität in Europa.