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Lehrermord bei Paris: Imame bedauern

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Lehrermord bei Paris: Imame bedauern
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Nach dem brutalen Mord an einem Lehrers verschärfen Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und die Regierung ihr Vorgehen gegen radikalen Islamismus. Laut Innenminister Gérald Darmanin („Europe 1“) gab es zahlreiche Polizeieinsätze gegen «Dutzende Personen» aus dem radikalisierten Milieu. Er werde auch das Verbot von zwei Vereinen vorschlagen, die der Republik feindlich gesinnt seien.

Religiöse Führer kamen zusammen, um zu beten und dem Geschichtslehrer, der im Namen des Glaubens getötet wurde, ihren Respekt zu erweisen.

Der Islamismus ist auch für uns eine Bedrohung
Hassen Chalghoumi
Präsident der Imamkonferenz in Frankreich

Hassen Chalghoumi. Präsident der Imamkonferenz in Frankreich:

"Wir bitten um Vergebung, weil er im Namen unsere Religion enthauptet wurde...wir bitten alle Opfer um Vergebung, die im Namen des Islam ermordet wurden - vom Islamismus. Der Islamismus ist auch für uns eine Bedrohung."

Die Ermordung von Samuel Paty stellt die mehr und mehr zerbrechliche Koexistenz von Meinungs- und Glaubensfreiheit in Frankreich in Frage. Anfang des Jahres hatte Macron ein Projekt gegen den "islamistischen Separatismus" angekündigt.

Andere sehen Frankreich schon im Krieg.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen, “Rassemblement National”:

"Haben wir verstanden, dass die Massenmorde im Bataclan oder in Nizza, die gezielten Angriffe auf unser Militär, unsere Polizei, die grausamen Morde an einem Priester oder Geschäftsmann und jetzt an einem Lehrer eine Kriegserklärung und Kriegshandlungen sind, die unsere Politiker immer kleinreden wollten?"

POLITISCHES PROBLEM?

In Conflans St Honorine glauben viele, dass Politik - und Politiker - die Sache nur noch schlimmer machen.

Ein Bewohner von Conflans:

„Dies ist kein religiöses Problem. Ich meine, das ist in erster Linie ein politisches Problem. Das religiöse Thema steht an zweiter Stelle. Religion wird benutzt. Ich stehe hinter der Meinungsfreiheit in all ihren Dimensionen und ich bin überzeugt, wir müssen die Freiheit des Glaubens und des Nicht-Glaubens verteidigen.“

Während die französische Regierung an einer "entschlossenen Antwort" arbeitet

Steht die ehemalige Schule von Samuel Paty für Schock und Traurigkeit all jener, die einen Mentor verloren haben - und jetzt befürchten, bei der Verteidigung der Freiheiten Frankreichs den Kürzeren zu ziehen.

Der 47 Jahre alte Paty war am Freitag in einem Vorort nordwestlich von Paris auf offener Straße enthauptet worden. Der 18 Jahre alte Tatverdächtige mit russisch-tschetschenischen Wurzeln wurde von der Polizei erschossen. Kurz nach der Tat hatte er im Netz damit geprahlt und geschrieben, der Pädagoge habe den Propheten Mohammed herabgesetzt. Der Lehrer hatte zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt. Daraufhin hatte der Vater einer Schülerin massiv im Netz gegen ihn mobilisiert.

Anelise Borges, su mit dpa