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Opposition in Belarus bekommt Sacharow-Preis für Menschenrechte

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Jewher Ilham nahm 2019 den Sacharow-Preis für ihren inhaftierten Vater in Empfang
Jewher Ilham nahm 2019 den Sacharow-Preis für ihren inhaftierten Vater in Empfang   -   Copyright  Pietro Naj-Oleari/ CC-BY-4.0 © - European Union 2019 – via Wikimedia Commons   -  
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Der renommierte Sacharow-Preis für Bemühungen im Bereich der Menschenrechte geht in diesem Jahr an die Opposition in Belarus.

Die Entscheidung gab der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, vor dem Plenum in Brüssel bekannt.

Stellvertretender Preisträger ist der Koordinierungsrat der belarussischen Opposition, dem Aktivistinnen wie Swetlana Tichanowskaja, aber auch Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft angehören.

Sassoli sagte zur Begründung der Entscheidung: "Ich möchte die Vertreter der belarussischen Opposition für ihren Mut beglückwünschen, für ihren Widerstand und ihre Entschlossenheit. Sie verkörpern täglich die Verteidigung der Meinungsfreiheit und Gedankenfreiheit, die der Sacharow-Preis belohnt."

Belarus steckt seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August in einer schweren innenpolitischen Krise. Auch von Sanktionsdrohungen der Behörden haben sich die Oppositionsbewegung und ihre zahlreichen Unterstützer nicht abschrecken lassen.

Drei Kandidaten standen zur Wahl

Die bekannteste Symbolfigur der Opposition ist Swetlana Tichanowskaja, die mittlerweile im Exil lebt. Gemeinsam mit Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo bildet sie eine Troika an der Spitze der Bewegung.

Für den Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments waren in diesem Jahr die Opposition in Belarus, die ermordete Aktivistin Berta Cáceres und die Guapinol-Umweltaktivisten aus Honduras und der Erzbischof der nordirakischen Stadt Mossul, Nadschib Michail Musa nominiert.

Der Preis wird am 16. Dezember an die Preisträger übergeben.

2019 war der uigurische Wirtschaftswissenschaftler und Menschenrechtsaktivist Ilham Tohti mit dem Preis ausgezeichnet worden. Tohti hat sein Leben dem Einsatz für die Rechte der uigurischen Minderheit in China gewidmet. Erster Preisträger war 1988 Nelson Mandela.