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USA: Schlagabtausch bei 2. TV-Debatte - diesmal sachlicher

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USA: Schlagabtausch bei 2. TV-Debatte - diesmal sachlicher
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In den USA ist das zweite und letzte TV-Duell vor der Präsidentschaftswahl, auch dank neuer Regeln, deutlich disziplinierter verlaufen als die erste Fernsehdebatte. US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden fielen sich und auch der Moderatorin seltener ins Wort.

Gestritten wurde trotzdem, so beim Thema Coronavirus.

220.000 Amerikaner sind tot. Lassen Sie es mich so sagen: Jemand, der dafür verantwortlich ist, der die Lage nicht unter Kontrolle bekommen hat und der am Anfang jeglich Verantwortung von sich weist, jemand, der für so viele Tote verantwortlich ist, sollte nicht der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bleiben.
Joe Biden
US-Präsidentschaftskandidat

Trump spielte die Pandemie herunter und betonte, er wolle keine neuen Lockdowns. Er sagte, die Demokraten wollten die Wirtschaft zum Erliegen bringen.

Wir müssen unser Land öffnen. Man kann das nicht tun, man kann dieses Land nicht runterfahren, wir haben eine riesige Wirtschaft.
Die Menschen verlieren ihre Arbeit, sie begehen Selbstmord, leiden unter Depressionen, trinken Alkohol, nehmen Drogen - so schlimm war es noch nie zuvor.
Donald Trump
US-Präsident

Ein weiteres Thema, über das heftg gestritten wurde, war die Zukunft der Gesundheitsversorgung.

Trump warf Biden vor, eine "sozialistische Medizin" anzustreben. Er hingegen wolle die "Obamacare" - das von seinem Vorgänger Barack Obama eingeführte System der Krankenversicherung und Pflege - abschaffen:

Weil Obamacare nicht gut ist, aber ich habe eine Entscheidung getroffen und zu meinen Leuten gesagt: Machen Sie es so gut wie möglich. Ich hätte alles anders machen können, dann wären alle sehr unglücklich. Alles ist am Boden, das ist das Problem. Egal, wie gut Sie es machen, das System ist nicht gut.
Donald Trump
US-Präsident

Biden widersprach Trump:

Der Gedanke, den Menschen die Option einer gesetzlichen Krankenversicherung zu geben, soll ein sozialistischer Plan sein? Gesundheitsversorgung ist kein Privileg, sondern ein Recht.
Joe Biden
US-Präsidentschaftskandidat

Beide Kandidaten gerieten auch beim Thema Migrationspolitik aneinander. Trump sagte, er sei stolz darauf, dass in seiner Amtszeit weniger Menschen in die USA eingewandert seien.

Kinder werden von vielen schlechten Menschen, von Kartellen hierhergebracht. Sie werden benutzt, um in unser Land gelangen zu können. Unsere Grenzen sind jetzt besser geschützt, als je zuvor, es steht eine 400 Meilen lange, neue Mauer. Wir lassen die Leute rein, aber sie müssen legal reinkommen.
Donald Trump
US-Präsident
Kinder werden aus den Armen ihrer Eltern gerissen und voneinander getrennt. Über 500 Mal ist das passiert - sie können ihre Eltern nicht mehr finden, diese Kinder sind allein. Sie sind hilflos. Das ist kriminell.
Joe Biden
US-Präsidentschaftskandidat

Im Gegensatz zum ersten Duell konnte dieses Mal streckenweise anständig diskutiert werden. Die zweite Debatte endete wohl Unentschieden - jetzt müssen die Wähler entscheiden.

Für beide Kandidaten war es zwölf Tage vor der Wahl eine der letzten Gelegenheiten, Millionen Amerikaner direkt in ihren Wohnzimmern zu erreichen