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Covid-19 in der Schweiz: Hilft nur noch beten?

In Lugano
In Lugano   -   Copyright  Davide Agosta/AP
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In der Schweiz steigt die tägliche Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter. An diesem Donnerstag hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 9.386 Fälle innerhalb von 24 Stunden und 32 neue Covid-19-Todesfälle gemeldet.

Die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt jetzt schweizweit bei 837. Im Kanton Wallis beträgt diese Rate sogar 2.083. Im Nachbarland Frankreich, in dem seit diesem Freitag wieder eine Ausgangssperre gilt, liegt die 14-Tage-Inzidenz bei 680 pro 100.000 Einwohner.

Das Nachrichtenportal 20 Minuten stellt jetzt die Kantone in blauer Farbe dar, in denen die 14-Tage-Inzidenz weniger 420 beträgt. "Die Skala wurde nach oben angepasst, weshalb weniger rote Kantone erscheinen als zuvor." Ohne diese Änderung wäre die gesamte Schweiz tief rot.

Zwar hat der Bundesrat die Maskenpflicht jetzt ausgeweitet, aber einschneidendere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wie in den Nachbarländern - mit deutlich niedrigeren Infektionszahlen - gibt es (bisher) nicht.

Die Genfer Virologin Isabella Eckerle gehört zu den Wissenschaftlerinnen, die eine Art Lockdown gefordert hatten - und die meinen, dass wichtige Zeit verloren geht. Sie berichtet auf Twitter davon, dass die Ressourcen an Personal, Betten, Labor, Reagenzien bereits knapp sind.

„Wenn der Alpenfirn sich rötet / Betet, freie Schweizer, betet!“

Viele blicken mehr oder weniger fassungslos auf die aktuelle Lage. So schreibt der Historiker Philipp Sarasin auf Twitter "Man kann die Schweiz in der Tat kaum noch mit dem Ausland vergleichen. Offenbar gilt nur noch die Nationalhymne „Wenn der Alpenfirn sich rötet / Betet, freie Schweizer, betet!“

Wie Watson.ch berichtet, zieht es viele Schweizerinnen und Schweizer dennoch weiterhin ins Ausland. Südafrika hat gerade die Einreise aus der Schweiz wieder erlaubt. Das schmucke Alpenland gilt vielerorts auf der Welt als "Hochrisikogebiet", doch Watson listet die Länder auf, in die Eidgenossinnen und Eidgenossen mit oder ohne PCR-Test noch einreisen dürfen.

Zwar hat das deutsche Robert Koch-Institut eine Reisewarnung für die gesamte Schweiz ausgegeben, deshalb gilt bei der Rück- oder Einreise nach Deutschland: 14 Tage Quarantäne oder Attest über weniger als 48 Stunden alten negativen Test. Diese Regelung sollte am 8. November geändert werden.

Nach Finnland, in die USA oder nach China ist derzeit nur in seltenen Ausnahmen eine Einreise aus der Schweiz möglich.

Journalist • Kirsten Ripper

Weitere Quellen • 20 Min, Watson