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Wieder Proteste gegen Macron - Ermittlungen wegen Aktion in Neukölln

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Wieder Proteste gegen Macron - Ermittlungen wegen Aktion in Neukölln
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In Bangladesch hat es erneut Proteste gegen Frankreich und dessen Präsident Emmanuel Macron gegeben. Laut Polizei gingen am Montag in der Hauptstadt Dhaka mindestens 50.000 Menschen auf die Straße. Die Veranstalter der islamischen Gruppe Hefazat-e-Islami sprachen von mehr als 100 000 Protestierenden. Sie forderten unter anderem einen Boykott französischer Waren.

Auch in Indonesien wurde demonstriert. Etwa 2000 Protestierende versuchten in der Hauptstadt Jakarta zur französischen Botschaft zu ziehen. Sicherheitskräfte blockierten den Zugang. Bereits in der vergangenen Woche hatte es in islamischen Ländern wegen Macrons Äußerungen zu Mohamed-Karikaturen und Meinungsfreiheit Proteste gegeben.

Der französische Präsident verteidigte seine Position am Wochenende in einem Interview mit dem katarischen Sender Al Dschasira. Karikaturen beträfen alle Religionen, so Macron, sie richteten sich nicht besonders gegen eine. Es sei wichtig, sich mit Respekt zu behandeln, aber ihm als Präsident stehe es nicht zu, die Meinungsfreiheit zu beschneiden, weil einige Menschen schockiert sind. Denn damit würde er seinem Land eine moralische oder religiöse Ordnung vorschreiben.

Ermittlungen wegen Vorfall mit Macron-Verkleidung in Berlin-Neukölln

In Deutschland ermittelt die Polizei wegen eines Vorfalls im Berliner Bezirk Neukölln. Auf einem Video des in Berlin lebenden syrischen You-Tubers Fayez Kanfash ist zu sehen, wie ein Mann mit einer Macron-Maske an einem Strick von einem weiteren Mann in traditioneller arabischer Kleidung über die Sonnenallee gezogen und gedemütigt wird. Das Landeskriminalamt ermittelt zu dem Fall. Es werde geprüft, ob es sich bei der Aktion vom Samstag um eine Straftat handeln könnte, hieß es.

Auslöser des Streits zwischen Frankreich und einigen islamischen Ländern war die Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty, der im Unterricht Mohamed-Karikaturen gezeigt hatte, um seinen SchülerInnen das Thema Meinungsfreiheit zu erklären. Am Donnerstag tötete ein mutmaßlicher Islamist in einer Kirche in Nizza drei Menschen. Die Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe aus.