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Ende Brexit-Übergangszeit: Kommen jetzt die unendlichen LKW-Staus?

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Ende Brexit-Übergangszeit: Kommen jetzt die unendlichen LKW-Staus?
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Wenige Wochen vor dem Ende der Brexit-Übergangszeit und unabhängig davon, ob eine Vereinbarung für ein Handelsabkommen getroffen wird oder nicht, gibt es Warnungen vor kilometerlangen LKW-Staus vor den Häfen in England und Frankreich.

"98 Prozent von allem, was wir in Großbritannien bekommen, erreicht uns per LKW. Ohne Lastkraftwagen bekommen wir nichts, uns wäre kalt, wir wären obdachlos und nackt", sagt Rod McKenzie vom britischen Straßengüter-Verkehrsverband.

Wenn Großbritannien die EU-Zollunion verlässt, müssen Kontrollen eingeführt werden, die sicherstellen, dass Waren den gesetzlichen Normen entsprechen und kein Schmuggel passiert. Rund 215 Millionen Zollanmeldungen werden dann jedes Jahr anfallen. Für deren Abwicklung werden rund 20.000 bis 35.000 zusätzliche Zollmitarbeiter benötigt.

215 Milionen Zollanmeldungen, bis zu 35.000 zusätzliche Zollmitarbeiter

Rod McKenzie: "__Seit 40 Jahren treiben wir reibungslosen Handel mit der Europäischen Union. Ein LKW nach oder aus Europa unterliegt bisher keinerlei Kontrollen und fährt einfach weiter. Wenn die Übergangszeit endet, wird es eine ganze Menge Papierkram geben, Formulare. Und wenn dann etwas falsch ist, dann wird der LKW angehalten."

Dover in Kent ist der verkehrsreichste Hafen Großbritanniens. Um lange Warteschlangen in der Grafschaft Kent zu vermeiden, benötigen die Fahrer eine Sondergenehmigung, bevor sie einfahren dürfen. Momentan wird ein landesweites Netz von riesigen LKW-Parks aufgebaut, wo die Fahrer ihre Zollformalitäten erledigen, parken und warten können, damit sie die Straßen nicht überlasten.

All die Vorbereitungen, die Formalien, die LKW-Parks werden auch dann gelten, wenn es einen Freihandelsvertrag gibt.

Britische Unternehmen sollen die Chancen des Brexit nutzen

Für die Unternehmen bedeutet das zunächst steigende Kosten. Ihnen wurde von der Regierung gesagt, das sei notwendig, um die Chancen des Brexit zu nutzen.

Liam Smyth, Direktor für Handelserleichterungen bei der britischen Handelskammer sagt: "Wenn es darum geht, Chancen zu ergreifen, geht es sicher um wachsenden Handel. Wir müssen eindeutig langfristig denken. Großbritannien ist eine sehr erfolgreiche Handelsnation. Die Senkung der Zölle auf Null ist zwar ein Wettbewerbsvorteil, aber es ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Sehen Sie sich doch den Handel an, den wir mit den USA betreiben, ohne ein Handelsabkommen."

Wie auch immer die neue Grenze verwaltet wird, Wirtschaftsvertreter halten Störungen für unvermeidlich. Es wird ein neues Handelshemmnis geben. Mit der Zeit wird sich zeigen, ob und für wen sich das gelohnt hat.