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Frauen-Power beim Vendée Globe: So viele Skipperinnen wie noch nie

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Skipperin Sam Davies ist eine von sechs Teilnehmerinnen der Einhandregatta Vendée Globe
Skipperin Sam Davies ist eine von sechs Teilnehmerinnen der Einhandregatta Vendée Globe   -   Copyright  ©Eloi Stichelbaut - polaRYSE / Initiatives Coeur
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Die Weltumseglung Vendée Globe ist schon lange keine Männerdomäne mehr. In diesem Jahr allerdings stellen sich gleich sechs Skipperinnen der größten Herausforderung, die der Einhand-Segelsport zu bieten hat. So viele waren es noch nie.

Gestartet an der französischen Atlantikküste in Les Sables d` Olonne, haben die Spitzenreiter des aktuell 32-köpfigen Teilnehmerfeldes nach knapp zwei Wochen inzwischen die Südhalbkugel erreicht.

Der deutsche Teilnehmer Boris Herrmann liegt mit seiner "Seaexploerer" in der Zwischenwertung auf Platz sieben. Ursprünglich waren 33 Skipper und Skipperinnen am Start. Der Franzose Nicolas Troussel musste nach einem Mastbruch aufgeben.

Unter den Teilnehmerinnen hat die Britin Sam Davies als einzige dieses Abenteuer bereits in der Vergangenheit gewagt - und es mit einem glänzenden vierten Platz in der Ausgabe 2008/2009 beendet: "Es ist großartig, dass wir sechs Frauen bei diesem Vendée Globe sind. Ich denke, das zeugt von der Entwicklung der Gleichstellung und Vielfalt. Ich hoffe, dass das, was wir tun, andere junge Frauen inspirieren wird."

"Nicht mehr als Quallen und Plastik"

Natürlich steht auch für die Skipperinnen der Wettbewerbsgedanke ganz weit oben. Einige sind aber besonders motiviert, durch ihre Teilnahme die Aufmerksamkeit auf allgemeinere Themen zu lenken.

Alexia Barrier ist die Kapitänin der Jacht "TSE-4MyPlanet": "Ich habe gesehen, wie sich die Ozeane in den letzten zehn Jahren verändert haben, es gibt mehr Verschmutzung. Und es gibt auch viel weniger Fische in den Gewässern. All dies ist vor allem auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen. Wenn wir so weitermachen, wird es in 30 Jahren nicht mehr als Quallen und Plastik im Wasser geben. Meine Teilnahme dient vor allem der Erhaltung der Ozeane. Bei jeder Regatta, an der ich teilnehme, sammle ich Daten über die Gewässer."

Pip Hare, ist Skipperin der "Medallia": "Ich bin dankbar für diese unglaubliche, wunderbare und natürliche Welt, in der wir leben. Wir müssen dafür sorgen, dass es so bleibt!"

Die Britin Hare leidet vor allem unter der Hitze in ihrer Kabine. Sonst seien die Temperaturen auszuhalten..

Geschlechterübergreifend sind alle Skipperinnen und Skipper praktisch ununterbrochen mit Herausforderungen konfrontiert. Ohne irgendeine Hilfe von außen können sich kleine technische Probleme zu großen Schwierigkeiten auswachsen.

Blinder Passagier an Bord

Dann heißt es an Bord: selbst ist die Frau. Manchmal lauern unter Deck aber auch positive Überraschungen - wie ein "Blinder Passagier", den Clarisse Crémer im Bauch ihrer "Banque Populaire X" entdeckt hat: "Hier hat es sich ein kleiner Krebs bequem gemacht, weil dort Wasser eindringen kann. Wenn ich ihn anleuchte, versucht er sich zu verstecken. Ich hatte schon Vögel und andere Lebewesen auf meinem Boot, aber noch keinen Krebs. Er hat sich sein eigenes Ökosytem geschaffen. Wahrscheinlich wird er mich noch länger begleiten."

Je nach ihrer aktuellen Position haben die meisten Segler und Seglerinnen zwischen 13 und 17 Prozent der Gesamtdistanz von etwa 40.000 Kilometern absolviert. Die schnellsten von ihnen werden Mitte Januar in Les Sables d` Olonne erwartet.