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RKI-Chef Lothar Wieler rechnet mit „vielen weiteren Toten“

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI)
Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI)   -   Copyright  Michael Kappeler/(c) dpa-pool
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Auf seiner wöchentlichen Pressekonferez zur Corona-Lage in Deutschland hat der Präsident des Robert-Koch-Institus (RKI) Lothar Wieler zur strengen Einhaltung der Pandemie-Maßnahmen gemahnt. Ansonsten sei mit "vielen weiteren Toten" zu rechnen, besonders in Alten- und Pflegeheimen.

Erschöpfte Gesundheitsämter

Das Infektionsgeschehen in Deutschland bleibt weiterhin sehr angespannt, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Es sei durch den Lockdown-Light zwar gelungen, den Anstieg der Fallzahlen in Deutschland zu bremsen, es infizieren sich aber immer noch zu viele Menschen mit dem Coronavirus. „Ohne die Maßnahmen wären die Zahlen noch viel schlimmer", so Wieler. Die Gesundheitsämter in Deutschland seien zunehmend erschöpft, so der RKI-Präsident weiter. Es sei nur noch selten möglich, eine Infektionskette nachzuverfolgen.

Es gelingt immer seltener, das Virus aus den Altenheimen rauszuhalten

Besonders in Alten- und Pflegeheimen werde die Situation schwieriger. Es gelinge immer seltener, das Virus aus den Heimen rauszuhalten. Die Ausbrüche in den Einrichtungen nehmen stetig zu, das bereite dem RKI große Sorge, weil die Sterberate in der hohen Altersklasse am größten sei. „Das ist alles sehr gefährlich“, sagte Wieler. „Fast jede fünfte Person, die sich in Alten- und Pflegeheimen ansteckt, verstirbt.“ Rund 30 Millionen Deutsche gehören zur Risikogruppe, das sind alle, die älter als 60 Jahre alt sind oder unter Vorerkrankungen leiden.

Krankenhäuser an der Belastungsgrenze

Die Krankenhäuser sind nach Angaben des RKI in einigen Regionen an ihre Belastungsgrenzen gestoßen. Die Folgen zeigen sich in den Zahlen der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus kommen und sterben. Diese sind in den letzten Wochen weiter angestiegen. Fast 4.000 Menschen würden laut RKI-Zahlen aktuell deutschlandweit wegen einer Covid-19-Erkrankung auf Intensivstationen behandelt.

Covid-19, eine Erkrankung, die man vermeiden kann

Die bundesweite Inzidenz liegt derzeit bei 134,1 und ist in den letzten Wochen kaum zurückgegangen. In Berlin, Hamburg und Bremen ist ein leicht rückläufigen Trend zu erkennen, jedoch steigen die Fallzahlen in Ostdeutschland deutlich an, vor allem in Thüringen und Sachsen.

Viele Infektionen könnten weiterhin mit den AHA+L-Regeln verhindert werden: Abstand, Hygiene, Atemschutzmaske tragen, Lüften. Und es reiche nicht aus, dass wir uns nur am Arbeitsplatz Mühe geben", so Lothar Wieler. Vor allem im privaten Umfeld und im Umgang mit nahe stehenden Personen, besonders den älteren, müsste die Maßnahmen viel konsequenter umgesetzt werden. „Das Verhalten der Menschen steht im Vordergrund.“