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Belgische Kleinstadt wird zur globalen Impf-Metropole

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Belgische Kleinstadt wird zur globalen Impf-Metropole
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Seit Wochen erregt die belgische Kleinstadt Puurs ein globales Medieninteresse. Der Grund: Puurs beherbergt eine Reihe von Niederlassungen großer Pharma-Unternehmen, darunter Labore des US-Branchenriesen Pfizer. Und hier in Puurs lässt Pfizer zusammen mit seinem deutschen Partner BioNTech seinen Anti-Covid-Impfstoff produzieren. Da steht es außer Frage, dass der Bürgermeister voller Stolz ist.

Es sei für ihn eine Priorität, mit Pfizer gute Beziehungen zu haben, sagt Koen Van den Heuvel. So habe er stets ein offenes Ohr für Pfizers Anliegen, etwa als das Unternehmen eine Verbindungsstraße zwischen zwei Standorten gebraucht habe oder eine Genehmigung für Windturbinen. Außerdem fühle er den Stolz der Bürger, zur Rettung der Welt beitragen zu können. Es gebe neue Zuversicht. Er hoffe, dass Puurs eines von 50 belgischen Impfungszentren werde, denn es sei wichtig, dass sich die Menschen nahe ihres Hauses geimpft werden könnten.

Die EU bestellte bei Pfizer 200 Millionen Dosen. Die ersten Lieferungen gehen indes nach Großbritannien, wo die ersten Impfungen bereits diese Woche stattfinden. Viel debattiert wurde bereits die logistische Herausforderung, denn dieser Impfstoff muss bei minus 70 Grad Celcius transportiert werden. Dazu werden Spezialcontainer eingesetzt.

Pfizer ist in Puurs strategisch platziert zwischen dem Brüsseler Flughafen Zaventem und dem Hafen von Antwerpen. Vor der Kamera wollte sich das Unternehmen nicht äußern, aber es beantwortete Fragen schriftlich.

Demnach entwickelte Pfizer neue Verpackungs- und Lagerungstechniken, die die für die Impfungen erwarteten Distanzen berücksichtigen. Dabei würden satelliten-gestützte Thermalsensoren eingesetzt, die von einem Kontrollturm aus Ort und Temperatur einer jeden Impf-Lieferung überwachten.

Pfizer rechnet damit, bis zu 50 Millionen Dosen in diesem und rund 1,3 Milliarden im nächsten Jahr zu verteilen. Außerdem will das Unternehmen mit der Initiative COVAX zusammenarbeiten, die ärmeren Ländern den Zugang zu Impfstoffen ermöglichen will.

Journalist • Stefan Grobe