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Frankreich lockert, Sorgen in Deutschland: Das Corona-Update für Europa

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Von euronews
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Frankreich lockert, Sorgen in Deutschland: Das Corona-Update für Europa
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Frankreich lockert seine Corona-Beschränkungen, aber nicht so sehr wie erhofft: Statt einem landesweiten Teil-Lockdown mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen gilt ab Dienstag nur noch eine nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr. Museen, Theater und Kinos bleiben für drei weitere Wochen geschlossen bleiben. Ursprünglich hatte die Regierung eine Wiedereröffnung ebenfalls im Dezember in Aussicht gestellt, sollte die Zahl der täglichen Neuinfektionen unter 5000 sinken. Doch davon ist man mit fast 14.000 neuen Fällen am Donnerstag weit entfernt.

"Die Verbesserung ist seit einer Woche gleichbleibend", so Regierungschef Jean Castex bei einer Pressekonferenz. "Wir befinden uns auf einer Art Plateau, die Zahl der Neuinfektionen sinkt nicht mehr, seit einigen Tagen steigt sie sogar. Der Kampf ist noch nicht gewonnen."

Spanien: Deutlich mehr Tote als gedacht

In Spanien hat das nationale Statistikamt die Zahl der Todesopfer während der ersten Corona-Welle deutlich nach oben korrigiert. Demnach starben zwischen März und Mai landesweit über 45.000 Menschen am Coronavirus. Das sind über 18.000 mehr als vom Gesundheitssamt für diesen Zeitraum gezählt. Es handelt sich der spanischen Zeitung El Pais zufolge offenbar um Tote, die laut Krankheitsbild infiziert, aber nicht getestet worden waren.

Aktuell hat Spanien eine der niedrigsten 14-Tage-Inzidenzen in der EU. Der Trend bei den Fallzahlen gehe nach unten, so Chefepidemiologe Fernando Simon: "Aber das sollte uns nicht irreführen. Wir sind nicht in einer guten Situation. Wir befinden uns auf gutem Weg, aber die Inzidenzen sind immer noch höher als gewünscht."

Deutschland: Weitere Einschränkungen gefordert

In Deutschland herrscht unterdessen große Besorgnis: Das Robert Koch-Institut registrierte am Donnerstag mit 23 679 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchststand. Ob es eine bundesweite Regelung zu strengeren Einschränkungen während der Feiertage geben wird, ist derzeit noch unklar - unter anderem wird das von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gefordert.

Das Land Berlin plant bereits deutliche Einschränkungen für den Einzelhandel und längere Schulferien. Regierungschef Michael Müller (SPD) schließt nicht aus, dass viele Geschäfte schon vor Weihnachten geschlossen werden. "Jenseits vom Lebensmitteleinzelhandel müssen alle anderen Shoppingangebote geschlossen werden, und zwar bis zum 10. Januar, es geht nicht anders", sagte er im Abgeordnetenhaus. Ab wann, steht Müller zufolge noch nicht fest. Der Senat will sich am kommenden Dienstag damit befassen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält das Weihnachtsfest für den spätesten Zeitpunkt, um die Geschäfte - mit Ausnahme des Lebensmittelhandels - zu schließen. Sie sei offen für einen früheren Termin, sagte die SPD-Politikerin in Schwerin. Sie plädierte für eine Konferenz mit der Kanzlerin spätestens am Freitag.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machte sich für zusätzliche Beschränkungen stark. "Es braucht ein Herunterfahren insgesamt in der Gesellschaft für uns alle auch über den Jahreswechsel", sagte der CDU-Politiker im Bundestag. Nach dem Anfang November begonnenen Teil-Lockdown sei zu sehen: "Mit dem, was im Moment ist, erreichen wir unser gemeinsames Ziel nicht." Für die meisten sei der Jahreswechsel ohnehin eine ruhigere Zeit, Schulen hätten geschlossen, so dass zusätzliche Einschränkungen möglich seien. Das heiße aber nicht, "dass man bis dahin noch mal alles ausreizt".