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Covid-Krise: Muschelzüchter suchen Rettungsanker im Luxus-Einzelhandel

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Covid-Krise: Muschelzüchter suchen Rettungsanker im Luxus-Einzelhandel
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Von Bio-Krustentieren aus Irland bis zu nachhaltig produzierten Forellen aus Ungarn: Europäische Fischzüchter halten sich erfolgreich mit Premium-Produkten über Wasser.

Die europäische Fischerei und Aquakultur gehört zu den Branchen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-Pandemie betroffen sind. EU-Mittel aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) mussten umgewidmet werden, um die Auswirkungen zu mildern.

Während über den Sommer die Wiedereröffnungen der Restaurants den Produzenten ein weing halfen, gingen andere dazu über, sich neue Absatzmärkte zu suchen, um zu überleben.

Einige Aquakulturunternehmen, die vorher an die Gastronomie geliefert hatten, verkauften ihre Produkte an hochwertige Supermärkte und andere Premium-Verkaufsstellen - zu höheren Preisen. Laut den irischen Produzenten von Bio-Meeresfrüchten half diese Neuausrichtung den Erzeugern, ihre Geschäfte am Laufen zu halten und ihren Umsatz inmitten der Krise zu sichern.

Irgendwo gibt es immer eine Nachfrage

John Harrington ist Geschäftsführer der Kush Fischzucht in Irland: "Unser Geschäft wurde durch die Covid-Pandemie im vergangenen März erheblich beeinträchtigt, denn in der Anfangsphase der Pandemie stand alles plötzlich still, es gab keine Bewegung. Jetzt, in der kommenden Saison, ist es insofern besser, als dass nicht überall das komplette Leben eingefroren ist. In einem Land eröffnen Restaurants, in einem anderen Land sind sie geschlossen - es gibt irgendwo immer eine Nachfrage für das Produkt."

Richard Donnelly ist Experte für Lachs und Schalentiere, außerdem Manager bei Irlands Agentur für die Entwicklung von Meeresfrüchten (BIM):

"Es war eine echte Herausforderung in Irland, weil wir exportorientiert sind. Wir haben uns also auf den gehobenen Lebensmittel-Einzelhandel konzentriert. Die Branche hat gezeigt, wie anpassungsfähig sie sein kann, sie hat es geschafft, andere Zielmärkte anzusprechen und so mehr Umsatz im gehobenen Einzelhandel zu machen."

"Wir haben sicherlich einen Rückgang der Verkaufsmengen erlebt, aber der Preis ist relativ hoch geblieben. Wir haben in den Jahren 2019 bis 2020 bei allen unseren Produkten mehr oder weniger das gleiche Niveau beibehalten. So wird zum Beispiel unser Bio-Lachs jetzt viel mehr im Einzelhandel verkauft, weil die Leute sagen, ich gönne mir ein höherwertiges Produkt, ich zahle den Premiumpreis für ein Qualitätsprodukt. So konnten wir diesen Marktanteil halten.

"Ich gönne mir ein höherwertiges Produkt"

Richard Donnelly "Unsere Austern werden auch nach Asien exportiert. Das Volumen hat sich verringert, aber die Verbraucher zahlen immer noch den Preis für das Premiumprodukt. Und das Gleiche haben wir auch bei den Muscheln gesehen.

Es war eine Herausforderung. Wir mussten uns von der Gastronomie abwenden. Aber der Verbraucher geht jetzt in den Einzelhandel und sagt: Ich bin bereit, für ein nachhaltig produziertes Qualitätsprodukt mehr zu bezahlen. Und das hat die Branche sicherlich am Laufen gehalten, aber es war sicher nicht leicht."

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