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Trucker-Albtraum im Hafen Dover: "Wir sind erschöpft - und schmutzig"

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Mobile Test-Teams ziehen im Hafen von Dover von Truck zu Truck und nehmen Abstriche für den obligatorischen Coronatest
Mobile Test-Teams ziehen im Hafen von Dover von Truck zu Truck und nehmen Abstriche für den obligatorischen Coronatest   -   Copyright  Alberto Pezzali/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Der Trucker-Albtraum von Dover geht auch über Weihnachten weiter. Kaum haben sich die Grenzen zu Frankreich Mittwochabend wieder geöffnet gilt es für Tausende Lkw-Fahrer schon die nächste Hürde zu bewältigen. Zwangsabstriche im Fahrerhaus.

Frankreich lässt nur Reisende mit negativem Corona-Testerrgebnis ins Land. Und wenn, irgendwann, die Diagnose feststeht, ist das noch kein Freifahrtschein.

Allein auf dem Flugplatz Manston in der Grafschaft Kent stehen Abertausende Lkw auf einem Abstellgleis im Niemandsland. Die Grenzgänger sind bunt gemischt.

Hunderte Lkw-Fahrer aus Deutschland sind unter den Wartenden, aber auch etliche Gastarbeiter auf dem Weg in den heimischen Weihnachtsurlaub.

"Keine Dusche, nichts"

Eine Gruppe rumänischer Arbeiterinnen und Arbeiter samt einiger Kleinkinder steckt seit fünf Tagen in ihren Reisebussen fest. Praktisch ohne Essen und außer Reichweite sanitärer Anlagen.

Michaela Manetas ist eine rumänische Großmutter auf dem Weg in die Heimat: "Es ist sehr, sehr hart. Wir sind alle erschöpft - und schmutzig. Keine Dusche, nichts."

Auch der Rumäne Alex Rudac hat noch eine Strecke von rund 2.500 Kilometern vor sich. Allerdings im eigenen Auto. Das bringt im Moment allerdings keinen Vorteil mit sich. Lavac klagte: "Wir stehen so kurz vor der Einfahrt. Sie sollten irgendwas tun, um den Verkehr hochzufahren. Ich meine auch den Fährverkehr."

Denn auch die Lösung der Fähren-Knappheit schleppt sich so dahin. Am Mittwochabend hätten weniger als hundert Fahrzeuge übergesetzt, sagte ein Sprecher des Hafens von Dover. Der Hafen bleibt ausnahmsweise über Weihnachten geöffnet. Reisenden wird geraten, nicht ohne gültigen Coronatest zum Hafen zu kommen.

EU-Verkehrskommissarin Adina Valean wies die Verantwortung für das Chaos Frankreich zu, dass mit der Grenzschließung Empfehlungen der EU-Kommission missachtet habe. Damit habe man einen Rückschlag für die Versorgungsketten wie schon im März bewirkt.