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80.000 Tote, protestierende Briten und 2. Impfung um Wochen verschoben

Polizei bei Protesten gegen Corona-Regeln in London
Polizei bei Protesten gegen Corona-Regeln in London   -   Copyright  Alberto Pezzali/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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In London haben die Gesundheitsbehörden eine neue Aufklärungskampagne im Kampf gegen die Corona-Pandemie gestartet - mit dem Titel STAY HOME SAVE LIVES ("Bleiben Sie zu Hause, retten Sie Leben"). Damit soll das Gesundheitssystem NHS unterstützt werden. Darin warnt der britische Chief Medical Officer Professor Chris Whitty besonders vor der neuen Variante des Coronavirus.

Insgesamt sind in Großbritannien (Stand 9.1.2021) mehr als 80.000 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben. An diesem Samstag wurden wieder fast 60.000 Neuinfektionen verzeichnet.

Trotz dieser dramatischen Lage haben in London an diesem Samstag zahlreiche Menschen gegen den harten Lockdown protestiert. Mindestens zwölf Personen wurden im Stadtteil Clapham Common im Südwesten der britischen Hauptstadt festgenommen.

Zweite Impfung um Wochen verschoben

Weil die Krankenhäuser nicht nur in London völlig überlastet sind, haben die britischen Gesundheitsbehörden entschieden, dass die zweite Impfung gegen das Coronavirus - der sogenannte Booster - um bis zu 12 Wochen verschoben werden soll. Damit soll es ermöglicht werdden, mehr Menschen zu impfen und dadurch mehr schwere Erkrankungen zu verhindern. Allerdings sind nicht alle Experten einig, dass es eine gute Idee ist, die zweite Impfung so lange aufzuschieben. Die Hersteller der bisher eingesetzten Impfstoffe - Biontech-Pfizer und Oxford University-AstraZeneca - gingen in ihren Tests von einer zweifachen Impfung aus.

In einer Mitteilung erklärten die Verantwortlichen der britischen Gesundheitsbehörde, dass die Daten, die der Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) zur Verfügung gestellt wurden, zeigten, dass, obwohl die optimale Wirksamkeit durch zwei Dosen erreicht werde, beide Impfstoffe "einen beträchtlichen Schutz nach einer einzigen Dosis bieten, zumindest kurzfristig".

Im British Medical Journal warnen aber Professor John Robertson von der Universität Nottingham und andere Experten davor, die zweite Impfung mit dem Biontech-Pfizer Impfstoff mehr als 21 Tage aufzuschieben.

In anderen Ländern wird die Entscheidung der britischen Behörden, die zweite Impfung aufzuschieben, mit Interesse beobachtet, denn derzeit ist der Impfstoff überall knapp.