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Spahn und Wieler zum "Impf-Chaos" und den Corona-Mutationen

Coronavirus-Test in Deutschland
Coronavirus-Test in Deutschland   -   Copyright  Stefan Sauer/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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An diesem Freitag meldet das Robert Koch-Institut 14.022 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen 24 Stunden sowie 839 Todesfälle. Im Vergleich zur vergangenen Woche sind die täglichen Zahlen zurückgegangen. RKI-Chef Lothar Wieler meinte aber, die Zahlen seien weiterhin zu hoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 94,4 an. In Portugal liegt diese Inzidenz derzeit fast zehn Mal so hoch, in Spanien über 500.

Gleichzeitig hat die Süddeutsche Zeitung recherchiert, dass in Deutschland viel weniger Tests auf die Coronavirus-Mutationen untersucht werden als geplant. In der vergangenen Woche wurden statt der von Gesundheitsminister Jens Spahn verordneten 5.000 nur etwa 745 Positiv-Proben sequenziert. Die neuen ansteckenderen Varianten werden für den rapiden Anstieg der Neuinfektionen u.a. in Portugal verantwortlich gemacht. Auch der französische Gesundheitsminister sprach von einer deutlichen Erhöhung der Infektion mit dem mutierten Virus.

Die Frage eines Journalisten, wie viele Proben tatsächlich sequenziert würden, konnte oder wollte Lothar Wieler bei der Pressekonferenz in Berlin nicht beantworten.

In Deutschland sind sowohl die britische als auch die südafrikanische und die brasilianische Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden - auch in einer Kita in Freiburg.

Innenminister Seehofer plant, Einreisen aus den Ländern zu verbieten, in denen die Virus-Varianten verstärkt vorkommen.

Laut SZ wird bisher nur etwa eine Probe von 900 daraufhin untersucht, ob sich eine Patientin oder ein Patient mit der Mutation des Coronavirus angesteckt hat.

Ob beispielsweise die britische Mutation einen gefährlicheren Verlauf von Covid-19 bedeutet, dazu fehlen im Moment verlässliche Studien. Allerdings gibt es mehr und mehr Berichte über die Sorgen ujm die südafrikanische Mutante.

Patient in Brasilien mit zwei Varianten gleichzeitig infiziert

Aus Brasilien wird gemeldet, dass sich zwei Patienten mit zwei Mutationen des Coronavirus gleichzeitig angesteckt hatten. Die in medRxiv veröffentlichte Studie berichtet von zwei etwa 30-Jährigen mit einem milden Verlauf von Covid-19.

Neuer Impfstoff von Novavax - Probleme mit südafrikanischer Mutation

Der US-Pharmakonzern Novavax gibt unterdessen eine hohe Wirksamkeit seines noch nicht zugelassenen Impfstoffs bekannt. Das Vakzin habe in der finalen Studienphase bei Probandinnen und Propbanden in Großbritannien eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent gezeigt. Das Novavax-Präparat wirke auch gegen die britische Mutante B117, allerdings etwas weniger gut gegen die südafrikanische Variante.

Eine kleinere Studie in Südafrika mit etwa 4.400 Probandinnen und Probanden zeigte eine Wirksamkeit von 49,4 Prozent. Diese Tests wurden zwischen September und Mitte Januar durchgeführt in einer Phase, in der sich die Mutation mit dem Namen B.1.351 stark auszubreiten begann.

Andere Reihenfolge der Impfungen in Deutschland

Nach der Empfehlung der Impfkommission nur Menschen unter 65 mit dem AstraZeneca-Vakzin zu impfen, fordern Politikerinnen und -Politiker eine Änderung der prioritär zu impfenden Menschen. So sagte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Wir müssen zum einen umgehend alternative Impfstoffe für über 65-Jährige beschaffen und zum anderen die Impfreihenfolge für den in Kürze eintreffenden Astra-Zeneca-Impfstoff neu koordinieren. Vor allem Klinik- und Pflegepersonal sollten als erste von den nun freien Ressourcen profitieren.“

Am Montag soll auf dem von den SPD-Ministerpräsidentinnen geforderte Impfstoff-Gipfel die weitere Strategie beraten werden.