Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

„Selbstmordversuche“, „Nervenbündel“: Pandemie sorgt für psychische Probleme

euronews_icons_loading
Mensch mit Maske
Mensch mit Maske   -   Copyright  Rodrigo Abd/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Schriftgrösse Aa Aa

Aufgrund der Pandemie deutlich mehr Zeit als sonst in den eigenen vier Wänden verbringen zu müssen und Einsamkeit zu erleben, hat bei vielen jungen Menschen psychische Probleme ausgelöst. Belgien etwa verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Inanspruchnahme psychologischer und psychiatrischer Hilfsangebote.

„Ich habe mehrere Selbstmordversuche unternommen, bin aber wegen meiner fünfjährigen Schwester dageblieben. Ihretwegen bin ich noch hier“, so eine junge Frau.

Und ein junger Mann erzählt: „Ich spiele Rugby. Das ist für mich ein Weg, auszubrechen, mich mit meinen Freunden auszuleben. Da ich das nicht mehr tun kann, habe ich alle Gefühle in mich hineingefressen und bin zu einem Nervenbündel geworden."

In Belgien gibt es die Überlegung, das Versammlungsverbot für Menschen zwischen 18 und 25 Jahren aufzuweichen und in dieser Altersgruppe Treffen von bis zu sechs Personen zuzulassen - allerdings muss es sich stets um dieselben sechs handeln.

Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits im Herbst auf Auswirkungen der Pandemie auf die Seele hingewiesen. „Psychische Erkrankungen fordern ihren Tribut: Sowohl bei den Menschen, die dafür bereits anfällig waren als auch bei Menschen, die noch nie psychologische Hilfe in Anspruch genommen haben. Die Internationale Arbeitsorganisation hat herausgefunden, dass während der Pandemie die Hälfte der jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren von Depressionen und Angstzuständen betroffen ist - und bis zu 20 Prozent des psychologisch tätigen Personals“, so Hans Kluge, Europadirektor der Weltgesundheitsorganisation.

In Paris kam es vergangene Woche zu einer Demonstration, auf der die Forderung erhoben wurde, Hochschulen wieder zu öffnen und einen Schlussstrich unter Vorlesungen und Seminare am Bildschirm zu ziehen. Dass viele Nebenbeschäftigungen, um sich ein bisschen Geld dazuzuverdienen, derzeit wegfallen, sorgt zudem oft auch für finanziell schwierige Zeiten.