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China-Winterspiele 2022: "Meinungsfreiheit für Sportler!"

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Von Andy Robini, su  mit AP
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Rund 180 Organisationen haben Regierungen dazu aufgerufen, die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 (04-20.02.2022) wegen Menschenrechtsverletzungen an ethnischen Minderheiten, etwa den Uiguren, zu boykottieren.

Keine Chance, dass sie damit durchkommen – so ein Sprecher der chinesischen Regierung, Guo Weimin, zum Auftakt des aktuellen Nationalen Volkskongresses: "Wir meinen, dass diese Bewegungen international nicht unterstützt werden und zum Scheitern verurteilt sind."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekommt Offene Briefe, etwa von der NGO Human Rights Watch.

Vertreter von Sportlern fordern, dass zumindest die sogenannte Regel 50.2 der Olympischen Charta überdacht wird – sie untersagt Proteste oder Solidaritätskundgebungen an Sportstätten, auf dem Podium oder bei offiziellen Zeremonien.

Rob Koehler, Chef der von Athleten geführten Bewegung „Global Athlete“:

''Wir haben uns sehr klar ausgedrückt und andere Sportlergruppen auch, dass die Regel 50.2 aufgehoben werden muss. Es ist einfach nicht akzeptabel, dass das IOC Athleten zum Schweigen bringen will, die sich gegen soziale oder rassistische Ungerechtigkeiten einsetzen wollen. Die Meinungsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht, und Sportregeln können diese Rechte nicht ersetzen. Wir sind daher der Ansicht, dass die Regel abgeschafft werden muss und Sportler die Möglichkeit bekommen müssen, ihre Meinung zu sagen. Da stehen die US-Sportler dahinter, Sportler aus Kanada und Neuseeland, also muss sich was ändern.''

Es ist einfach nicht akzeptabel, dass das IOC Athleten zum Schweigen bringen will
Rob Koehler
„Global Athlete“

Andy Robini, Euronews:

"Sie haben das IOC erwähnt. Machen Sie das IOC dafür verantwortlich, dass Sportler in diese Lage geraten sind?''

Rob Koehler, Chef der von Athleten geführten Bewegung „Global Athlete“:

''Wenn Athleten nach Peking fahren, müssen sie Schutz bekommen und die Möglichkeit, sich zu äußern. Das IOC ist der Hauptakteur, der für die Vergabe der Spiele an Peking verantwortlich ist – besonders vor dem Hintergrund der Menschenrechtsbilanz Chinas. Das ist nichts Neues, 2008 gab es Probleme und Gespräche über Boykott, als die Sommerspiele in Peking stattfanden, und jetzt mit Blick auf das Jahr 2022 haben wir gleichen Diskussionen. Die Athleten werden gebeten, bei diesen Spielen mitzumachen, und sie haben kein Mitspracherecht, wohin die Spiele vergeben werden. Also muss mehr Engagement her, zum Beispiel dafür, dass die Sportler sich zu Wort melden können und dass sie geschützt sind, wenn sie ihre Meinung sagen.«

Ein hochrangiges IOC-Mitglied, der Kanadier Dick Pound, hatte Boykott-Aufrufe zurückgewiesen („BBC“). Sein Argument: „Die Spiele sind nicht Chinas Spiele, sie sind die Spiele des IOC.“

Andy Robini, su mit AP