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Sperre aufgehoben: Ukrainerin Olha Charlan darf bei WM weiterfechten

Olha Charlan besiegt Anna Smirnowa
Olha Charlan besiegt Anna Smirnowa Copyright ANDREAS SOLARO/AFP or licensors
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Von Euronews mit DPA/AP
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Der FIE meldete außerdem, die Regeln geändert zu haben. Der Handschlag am Ende eines Kampfes sei nun nicht mehr verpflichtend. Ausgelöst hat die Kehrtwende IOC-Chef Bach, der Olha Charlan einen Olympia-Platz versprach.

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Die Sperre der Ukrainerin Olha Charlan, die bei der Fecht-WM in Mailand nicht die Hand ihrer russischen Gegnerin schütteln wollte und dafür disqualifiziert wurde, ist aufgehoben worden.

Das gab der Internationale Fechtverband (FIE) am Freitag bekannt. Das bedeutet, dass die zweifache Olympiasiegerin, die ihre Gegnerin Anna Smirnowa klar mit 15:7 klar besiegt hatte, ab Samstag am Mannschaftswettbewerb teilnehmen kann.

Der FIE meldete außerdem, seine Regeln geändert zu haben. Der Handschlag am Ende eines Kampfes sei nun nicht mehr verpflichtend, erklärte Bruno Gares, Mitglied des FIE-Exekutivkomitees, während einer Pressekonferenz.

"Angesichts deiner besonderen Situation wird dir das Internationale Olympische Komitee einen zusätzlichen Quotenplatz für die Olympischen Spiele Paris 2024 zuweisen"
Thomas Bach
IOC-CHef

Die Sperre der vierfachen Weltmeisterin und besten Ukrainerin für den gesamten Wettbewerb hätte offenkundig die Chancen ihres Landes im Mannschaftswettbewerb der Weltmeisterschaft beeinträchtigt, wo die Punkte im Kampf um die Olympiaqualifikation doppelt zählen.

Den Ausschlag für die unerwartete Kehrtwende des Fechtverbandes hat offenbar die Haltung des IOC-Chefs Thomas Bach gegeben, der der Olha Charlan einen Olympia-Platz versprach. 

"Angesichts deiner besonderen Situation wird dir das Internationale Olympische Komitee einen zusätzlichen Quotenplatz für die Olympischen Spiele Paris 2024 zuweisen, falls du dich in der Zwischenzeit nicht qualifizieren kannst", schrieb Bach am Freitag in einem persönlichen Brief an die Säbelfechterin. Vadym Gutzeit, der Sportminister aus der Ukraine, veröffentlichte den Brief.

Auch nicht ganz korrekt: Smirnowas Sitzstreik

Die 32 Jahre alte Olha Charlan war am Donnerstag bei den Weltmeisterschaften in Mailand nach ihrem Sieg gegen die unter neutraler Flagge angetretene Russin Anna Smirnowa (23) disqualifiziert worden.

Smirnowa ihrerseits zeigte ebenfalls ein nicht ganz dem Regeln entsprechendes Verhalten: Sie blieb nach dem Kampf aus Protest sitzen und ließ sich viele Minuten lang nicht dazu bewegen, die Bahn für den nächsten Kampf zu verlassen, wodurch sich der Start der darauffolgenden Kämpfe verzögerte.

Der Internationale Fechtverband hatte zunächst auf der Handschlag-Regel als Geste des Respekts im Fechtsport beharrt und wurde dafür von vielen Seiten, unter anderem auch dem Deutschen Fechter-Bund, kritisiert.

Nach mehr als 24 Stunden dann plötzlich der FIE-Rückzieher. Der in einer Pressemitteilung zitierte Interimspräsident Emmanuel Katsiadakis erklärte, dieser sei "nach Rücksprache mit dem Internationalen Olympischen Komitee" beschlossen worden. Sprich: IOC-Chef Bach gab die Vorlage.

Das ukrainische Sportministerium hatte erst am Tag vor dem Charlan-Duell entschieden, dass Athletinnen und Athleten aus der Ukraine wieder an Wettbewerben mit Russen und Belarussen teilnehmen dürfen. 

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Entscheidung begrüßt und die internationalen Sportverbände aufgefordert, Situationen mit Ukrainern und neutralen Sportlern aus Russland und Belarus "mit dem notwendigen Maß an Sensibilität" zu behandeln. Auch in anderen Sportarten wie Tennis geben ukrainische Profis Russen und Belarussen nicht die Hand.

Präzedenzfall für Olympia

Bach schrieb an Charlan, man mache diese einmalige Ausnahme auch deshalb, da sie in keinem Fall die Qualifikationspunkte ausgleichen könne, die sie aufgrund Ihrer Disqualifikation verpasst hätte.

Bei der WM werden wichtige Qualifikationspunkte vergeben. "Selbstverständlich", so Bach, müssten wie bei allen anderen Olympischen Spielen auch die weiteren Teilnahme-Kriterien erfüllt sein.

Bei der WM durften Fechterinnen und Fechter aus Russland und Belarus in den Einzelwettbewerben als neutrale Athleten starten, bei den Teamwettbewerben sind sie nicht zugelassen.

Das Schreckgespenst eines ukrainischen Boykotts der Olympischen Spiele 2024 ist vorerst beseitigt.

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