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Kampf gegen hohe Todeszahlen: Zu Besuch in einer Intensivstation in der Slowakei

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Kampf gegen hohe Todeszahlen: Zu Besuch in einer Intensivstation in der Slowakei
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Die Corona-Lage in der Slowakei ist dramatisch, nirgendwo sonst in der EU sterben an der Bevölkerungszahl gemessen derzeit so viele Menschen an dem Virus. Mehr als 300.000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie erkrankt, rund 7500 starben.

Das Krankenhaus in der Kleinstadt Galanta im Westen des Landes behandelt PatientInnen aus einem Radius von 100 Kilometern. Bis auf die Pediatrie sind alle Abteilungen der Klinik nur noch mit Covid-19-Erkrankten beschäftigt.

"Bei uns arbeiten ungefähr 650 Menschen", so die Krankenhausdirektorin Alexandra Pavlovičová. "100 sind derzeit wegen Corona krank gemeldet. 70 Prozent der Angestellten beschäftigen sich mit Covid-19-Patienten."

Intensivstation mit EU-Mitteln ausgebaut

Die Intensivstation des Krankenhauses würde kürzlich mit EU-Mitteln ausgebaut. Die Angestellten dort müssen Spezialkleidung tragen. Das Pflegepersonal arbeitet zwölf Stunden am Tag. ÄrztInnen manchmal bis zu 24 Stunden. Die PatientInnen sind alle an Beatmungsgeräte angeschlossen. Trotzdem sterben 60 Prozent von ihnen. In den vergangenen Wochen ist ihr Altersdurchschnitt gesunken.

Der ständige Kampf um das Leben der PatientInnen verlangt dem Personal viel ab, doch den ÄrztInnen und PflegerInnen bleibt nichts anderes übrig als durchzuhalten, so die Leiterin der Intensivstation Dagmar Bodáková: "Wir machen so lange weiter, wie wir müssen."

Da gilt es, solidarisch zu bleiben, so Pflegeleiterin Zuzana Obermanová: "Wir halten zusammen und behalten den Glauben aneinander bei. Wenn jemand schlecht drauf ist, reden wir mit ihm oder ihr. In dieser schwierigen Situation arbeiten wir als Team."

Wenn die Arbeitsbelastung es zulässt, setzt sich Chefärztin Bodáková ans Klavier und versucht, ihre KollegInnen mit ein bisschen Musik vom tristen Corona-Alltag abzulenken.