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Die Frust von Italiens Jugend bei der Jobsuche

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Die Frust von Italiens Jugend bei der Jobsuche
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Das ist Lorenzo. Der 24jährige kämpft mit den harten Realitäten des italienischen Arbeitsmarktes. Seit kurzem hat er ein Universitätsdiplom in modernen Sprachen. Studiert hat er mit einem prestigeträchtigen Stipendium auch ein Jahr in den USA. Alles Dinge, die Lorenzo an den Start einer großen Karriere gehen lassen sollten. Doch nichtsdergleichen. Stattdessen ist er ständig auf Jobsuche.

Nach der Rückkehr aus den USA habe er eine akademische Laufbahn einschlagen wollen oder eine als politischer Berater. Doch nun heiße es, er sei entweder überqualifiziert oder er habe keine Erfahrung. Es sei schon seltsam.

Lorenzo startete mit anderen Aktivisten die Kampagne "1 Prozent ist nicht genug". Dabei wird darauf angespielt, dass die Regierung von den mehr als 200 Milliarden Euro Covid-Hilfsmaßnahmen nur ein Prozent für die Jugendpolitik verwenden will. Dabei liegt in Italien die Jugendarbeitslosigkeit bei 30 Prozent.

Italien sei ein Land, das mit seinen Investitionen in die Jugend weit hinter den anderen EU-Staaten her hinke, sagt Lorenzo. Die jetzt zugesagten drei Milliarden während einer der größten Krisen in der Geschichte überhaupt seien schon unter normalen Bedingungen nicht ausreichend, aber ganz sicher ungenügend in Zeiten der Pandemie. Daswegen müsse die Regierung zehn Prozent der Covid-Mittel für die Jugend aufwenden.

Die neue Regierung unter Mario Draghi ist gerade dabei, den Ausgabeplan für die Covid-Hilfsmittel ferstigzustellen. Über die Vorschläge soll das Parlament in erster Lesung am 30. März abstimmen.

Auf die "1 Prozent ist nicht genug"-Kampagne sind bereits einige Abgeordnete aufmerksam geworden, die die Jugendhilfe auf mindestens drei Prozent aufstocken wollen. Ziel sei es, unbezahlte Praktika zu bekämpfen, da diese nur den Arbeitsmarkt manipulierten, sagt der Sozialdemokrat Massimo Ungaro. Vielmehr brauche man ein Notprogramm, um junge Menschen in die Unternehmen zu bringen. Finanziert werden sollten diese Traineeships vom Staat.

Um die Gelder aus Brüssel abrufen zu können, müssen die Mitgliedsstaaten ihre nationalen Pläne bis Ende April der EU-Kommission vorlegen. Eines der Kriterien ist dabei die Investition in die Jugend.

Und hier ist die Ausbildung von digitalen Kenntnissen besonders wichtig. Für digitale Jobs könnten junge Menschen vergleichsweise rasch ausgebildet werde, so EU-Arbeits- und Sozialkommissar Nicolas Schmitt. Nach der Pandemie werde die Digitalisierung der Wirtschaft voranschreiten.

Anders als bei den Ausgaben für den Kampf gegen den Klimawandel hat die Kommision keinen Mindestbetrag für die Jugendpolitik festgelegt.

Bleibt die Hoffnung, dass die Mittel Menschen wie Lorenzo am Ende ausreichend unterstützen.

Journalist • Stefan Grobe