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"Spahn muss weg" - so reagieren manche auf das AstraZeneca-Chaos

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Erst an AstraZeneca festgehalten, dann doch abgesetzt, Impfgipfel verschoben - Jens Spahn steht in der Kritik
Erst an AstraZeneca festgehalten, dann doch abgesetzt, Impfgipfel verschoben - Jens Spahn steht in der Kritik   -   Copyright  Hannibal Hanschke/Pool Photo via AP
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Nach dem vorläufigen Stopp der Impfungen mit AstraZeneca wächst die Kritik am Impftmanagement von Gesundheitsminister Jens Spahn. Besonders die Verschiebung des wichtigen Impfgipfels mit Kanzerlin Angela Merkel - zunächst sogar ohne einen neuen Termin - hat in der Opposition für Empörung gesorgt.

Und nicht nur dort: In den sozialen Netzwerken trendet seit Tagen der Hashtag #spahnmussweg. Corona-müde reagiert die Bevölkerung empfindlich auf die Richtungswechsel in Sachen AstraZeneca. Zunächst hatte die Regierung nach an dem Impfstoff festgehalten, als viele andere Länder ihn schon vorsorglich ausgesetzt hatten.

In der ursprünglich für Mittwoch geplanten Telefonkonferenz zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsident:innen, dem Impfgipfel, soll es vor allem darum gehen, ob künftig auch Hausärzte mitimpfen dürfen. Wegen seiner unkomplizierten Lagerung kann in den Praxen vor allem AstraZeneca zum Einsatz kommen.

Jetzt wolle man erst den Untersuchungsbericht der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) abwarten, der Gipfel könne vielleicht am Freitag stattfinden, sagte ein Regierungssprecher.

Gesundheitsexperten kritisieren das Hin und Her im Umgang mit AstraZeneca und beklagen einen Vertrauensverlust in der Bevölkerung.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte für eine Fortsetzung des Impfstoffeinsatzes plädiert: "Hätte man klar aufgeklärt und hätte die Prüfung laufen lassen, aber in dieser Zeit mit der entsprechenden Warnung weitergeimpft, wäre wahrscheinlich der Vertrauensverlust in den Impftstoff geringer gewesen", sagte Lauterbach in einem ARD-Interviews.

In der Bevölkerung gehen die Meinungen über den Impfstoff aus Oxfort auseinander. Eine Renterin aus Berlin meint, man hätte weiterimpfen sollen, die Leute können doch selber entscheiden, ob sie den Impfstoff wollen oder nicht. Ein 40-Jähriger sagt, dass es bei einem möglichen Wiedereinsetzen und einer Weiterverwendung des Impfstoffs schwierig werden wird, die Menschen zu überzeugen.

Am Mittwoch hat das Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 13.435 neue Corona-Fälle gemeldet - der zweithöchste Tageswert seit Anfang Februar, die Sieben-Tage-Inzidenz leigt bei 86,2. Wir steuern also möglicherweise auf die 3. Welle zu.

Berlin hat entschieden, die geltenden Corona-Regeln vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie zunächst nicht wieder zu lockern.