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Umstrittene Deals des Ehemanns: Hetze gegen Sawsan Chebli im Internet

SPD-Politikerin Sawsan Chebli - ARCHIV 2019
SPD-Politikerin Sawsan Chebli - ARCHIV 2019   -   Copyright  Michael Sohn/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" zu "umstrittenen Krankenhaus-Geschäften" des Ehemannes der Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli kocht die Diskussion in den sozialen Medien - angeheizt von AfD-Politiker:innen.

So schreibt Beatrix von Storch (AfD) auf Twitter: "Korruption, Vetternwirtschaft, Geldgier, Amtsmissbrauch. Bei #Chebli, ihrem Mann Nizar Maarouf und deren “Clan“ ist alles dabei. Geld verdienen zulasten von Berlins Kranken. Man muss diesen schwarzen und rotrotgrünen Sumpf dringend trockenlegen." Und der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski kommentiert: "Die feine Familie #Chebli! Warum wundert es mich nicht, dass der Chebli-Clan offensichtlich in dunkle und zwielichtige Geschäfte verwickelt ist? Die Machenschaften dieser feinen Familie müssen restlos aufgeklärt werden."

Die "Welt am Sonntag" hatte unter dem Titel "Chebli-Ehemann Maarouf war in umstrittene Krankenhaus-Geschäfte verwickelt" über die - bezahlte - Vermittlung von Kranken aus dem Ausland an die Berliner VIVANTES-Kliniken berichtet. Zudem sollen zwei Familienmitgliederinnen der SPD-Politikerin dank Nizaar Maarouf bei VIVANTES beschäftigt worden sein. Laut "Welt am Sonntag" wurden die beiden entlassen, nachdem sie 100.000 Euro von Patientenkonten gestohlen haben sollen.

Zudem soll Cheblis Ehemann in Masken-Deals von CDU-Politikern verwickelt gewesen sein.

Sawsan Chebli (42) ist seit Ende 2016 Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei. Ihre Eltern sind palästinensische Flüchtlinge, die 1970 nach Deutschland kamen. Die SPD-Politikerin und Nizar Maarouf sind seit 15 Jahren verheiratet und haben ein 2020 geborenes Kind.

Hier einige Standpunkte von Twitter-User:innen.

Sawsan Chebli setzt sich seit Jahren gegen rassistische Anfeindungen im Internet zur Wehr. Zuletzt hatte sei eine Verschärfung der Angriffe während der Corona-Krise beklagt. "Was wir gerade während der Pandemie beobachten, ist eine weitere zunehmende Enthemmung und Radikalisierung der geäußerten Hassbotschaften", sagte die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in Berlins Senatskanzlei. "Jene, die sich für die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausgesprochen haben, sind von Anfang an zur Zielscheibe von Corona-Leugnern und Verschwörungsideologen geworden."

Zu den Vorwürfen gegen ihren Ehemann hat sich Sawsan Chebli bisher nicht geäußert.