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Leichenteile des Filmemachers im Müll - Schock über "Ehrenmorde" in Iran

Von Euronews
In Teheran sorgen die Morde für Schock und Diskussionen
In Teheran sorgen die Morde für Schock und Diskussionen   -   Copyright  Ebrahim Noroozi/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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In Teheran ist der 47 Jahre alter Filmemacher Babak Khorramdin von seinen Eltern ermordet worden, weil er nicht verheiratet war. Dies ist der jüngste Fall einer Serie sogenannter "Ehrenmorde" in Iran. Der Mord kam ans Licht, weil im Stadtteil Ekbatan Leichenteile im Müll entdeckt worden waren. Das berichten Journalisten in den sozialen Netzwerken sowie mehrere englischsprachige Medien.

Bei ihrer Festnahme gestanden die Eltern, Iran und Akbar Khorramdin, dass der Vater mit Babak Khorramdin gestritten habe, weil der Sohn nicht verheiratet war. Sie hätten ihm dann Schlaftabletten verabreicht und ihn mit einer Plastiktüte erstickt. Dann hätten sie die Leiche des Sohnes zerstückelt und in den Müll geworfen.

Auf Twitter trauerten Studierende um den Filmemacher, der an der Uni unterrichtete.

Zudem wurde aufgedeckt, dass die Eltern sieben Jahre zuvor den Schwiegersohn und drei Jahre zuvor die Tochter ermordet hatten. Der Schwiegersohn habe die Tochter schlecht behandelt - und die Tochter sei drogenabhängig gewesen.

"Ich bereue nicht, was ich zusammen mit meiner Frau getan habe. Sie waren korrumpiert und ich danke Gott", sagte Akbar Khorramdin der Presse während der Gerichtsverhandlung. Der Sohn sei mit Studierenden liiert gewesen.

Tatsächlich wird in Iran Mord an den eigenen Kindern nur mit Gefängnisstrafen bis zu 10 Jahren geahndet. Allein wegen der Ermordung des Schwiegersohns droht den Eltern lebenslänglich.

Anfang Mai hatten LGBTI-Gruppen den Fall eines 20-Jährigen publik gemacht, den Verwandte in Ahvaz ermordet hatten, weil er homosexuell war und in der Türkei mit seinem Lebensgefährten zusammenleben wollte.

Ali Fazeli Monfared hatte um Befreiung vom Militärdienst gebeten - wie NBC berichtet. Homosexuelle und Transgender können in Iran vom Wehrdienst befreit werden. Dabei gelten sie dann als "psychisch krank".

Diana Eltahawy, Vizedirektorin von AMNESTY INTERNATIONAL in Nahost und Nordafrika erklärte: "Die brutale Ermordung von Alireza Fazeli Monfared zeigt die tödlichen Folgen staatlich geförderter Homophobie auf und ist eine tragische Erinnerung an die dringende Notwendigkeit, Gesetze aufzuheben, die einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen und geschlechtliche Nonkonformität kriminalisieren."