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Kein Fluss kann sie aufhalten: Mit dem Kanu zur Schule

Von Euronews mit Lusa
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SchülerInnen bei der Üeberfahrt
SchülerInnen bei der Üeberfahrt   -   Copyright  LUSA
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Morgens früh in Mosambik: Rund 40 Kinder machen sich auf den Weg zur Schule. Zu Fuß und mit dem Kanu. Denn: "Auf dieser Seite des Flusses gibt es keine weiterführende Schule", erklärt Domingo Afonso. "Wir müssen ihn überqueren, wenn wir nach Mandie wollen."

Auch viele junge Mädchen sind dabei. "Ich gehe in Mandie zur Schule, ich komme hier jeden Tag vorbei und überquere Fluss mit einem Kanu", erklärt die 15-jährige Egesse Patrício.

Für sie wie für ihre Klassenkameradinnen bedeutet der Schulbesuch die Möglichkeit, einer frühzeitigen Verheiratung zu entgehen.

Es ist ein beschwerlicher und nicht ungefährlicher Schulweg mit behelfsmäßigen Kanus aus Baumstämmen. Während der Regenzeit von Oktober bis März ist die Gefahr noch größer.

So viele Schülerinnen wie möglich

Auch zu Fuß ist der tägliche Marsch kein Kinderspiel, knietief durchs Wasser. Manchmal geht es sogar bis zur Taille.

In Mosambik ist der Schulbesuch ab 6 Jahren Pflicht, doch viele Kinder brechen schon nach der Grundschule ab, um Vieh zu hüten - oder werden verheiratet.

Konsequenz: Fast 45% der erwachsenen Bevölkerung sind von Analphabetismus betroffen. Mädchen und Frauen noch viel stärker.

Dagegen kämpfen Schulleiter wie Christopher Baera, der so viele Schülerinnen wie möglich unterrichten möchte. "Wir kämpfen gegen den Analphabetismus, auch wenn Kinder dafür den Fluss überqueren müssen"

Eltern, die es sich leisten können, mieten Hütten auf der anderen Seite des Ufers, um ihren Kindern die Überfahrt zu ersparen.

Auch ein paar Internatsplätze gibt es, aber nicht für alle.